Bemerkung zu der Mitteilung von S t e f a n Goldschmidt und Christian Steigerwald: tfber den Abbau von Proteinen durch Hypobromit 9. [Aus d. Physiolog. Institut d. Universitat Halle a. S.] (Eingegangen am 18. Juli 1925.
Stefan Goldschmidt
β Scribed by Krauss, Hans-Ludwig
- Book ID
- 102785182
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1975
- Tongue
- English
- Weight
- 553 KB
- Volume
- 108
- Category
- Article
- ISSN
- 0009-2940
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β¦ Synopsis
Am 20. Dezember 1971 ist Stefan Goldschmidt, Dr. Phil., Dr. rer. nat. h. c., em. 0. Professor fur Organische Chemie an der Technischen Hochschule Munchen, fur h e r von uns gegangen. Ein Forscherleben hat sein Ende gefundenein Leben, das die Tragiidie einer Generation deutscher Wissenschaftler exemplarisch widerspiegelt. 1889 in Nurnberg als Sohn einer alteingesessenen, geachteten Familie geboren, verlauft seine Jugend zunachst in traditionellen burgerlichen Bahnen: auf den Besuch des humanistischen Gymnasiums folgt -entsprechend einer fruh ausgepragten Liebe zu den Naturwissenschaftendas Studium der Chemie in Munchen bei Adolfv. Baeyer, dessen iiberragende Forscherpersonlichkeit zum bleibenden Vorbild fur das weitere wissenschaftliche Arbeiten wird. Schon mit 23 Jahren kann Stefan Goldschmidt mit einer Untersuchung uber den Farbstoff des Stocklacks seine Promotion bei 0. Dimroth abschliekn; bald darauf folgt er seinem Doktorvater nach Greifswald. 1913 erscheinen die ersten selbstandigen Publikationen uber Phenyldiimin (das in Losung gefaDt werden konnte) und uber Phenyldichloramin. Bereits diese fruhen Arbeiten zeigen charakteristische Zuge: unbestechliche Kritik, auch und gerade bei eigenen MiBerfolgen, Konzentration auf grundsatzliche, einfache Fragen, Freude am Experimentieren. Oft waren die Versuche nicht ungefahrlich. So lesen wir z. B.: ,,. . . (Es) verpuffen dann die einzelnen Tropfchen (Phenyldichloramin) nacheinander, und man hat den Eindruck feindlicher Batterien, die im Gefecht stehen". Der SpaB an diesem unbeschwerten Vergleich dauert nicht lange . . . die nachsten vier Jahre steht Stefan Goldschmidt fur sein Vaterland als Artillerie-Ofizier an der Front und wird hoch ausgezeichnet. 1919: Neuer Start, und Umzug von Greifswald nach Wurzburg. Das Thema ,,Oxydation von Aminen" wird wieder aufgenommen, zunachst mit einem Abstecher in die Anorganische Chemie. Bei der Suche nach spezifischen Oxydationsmitteln wird das Gleichgewicht von Unterchloriger Saure und ihrem Anhydrid untersucht, schlieDlich ClzO durch einfaches Ausschutteln mit CCl, erhalten. Dann ist es aber PbOz, mit dem die gewiinschte Reaktion gelingt : bei der Oxydation von Triphenylhydrazinen wird das ,,Goldschmidtsche-Radikal Diphenyl-pikrylhydrazyl" erhalten, ein erstes stabiles Analogon zum ,,meiwertigen Stickstoff in H. Wielands Tetraphenyl-hydrazin-Dissoziation. Das neue Radikal steht auch im Mittelpunkt der Habilitationsarbeit (1920). In rascher Folge erscheinen Chem. Ber. 108, XLV -LII (1975) IV
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