<span>Das römische Reich stieg infolge seiner Siege über Karthago im 2. Jahrhundert vor Christus zur unangefochtenen Herrschaft über die antike Welt auf und erreichte im 2. Jahrhundert nach Christus seine größte territoriale Ausdehnung. Dennoch nahm sich die römische Geschichtsschreibung dieser Zeit
Römische Dekadenzdiskurse: Untersuchungen zur römischen Geschichtsschreibung und ihren Kontexten (2. Jahrhundert v. Chr. bis 2. Jahrhundert n. Chr.)
✍ Scribed by Benjamin Biesinger
- Publisher
- Franz Steiner Verlag
- Year
- 2016
- Tongue
- German
- Leaves
- 429
- Series
- Historia Einzelschriften 242
- Category
- Library
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✦ Synopsis
Das romische Reich stieg infolge seiner Siege uber Karthago im 2. Jahrhundert vor Christus zur unangefochtenen Herrschaft uber die antike Welt auf und erreichte im 2. Jahrhundert nach Christus seine grosste territoriale Ausdehnung. Dennoch nahm sich die romische Geschichtsschreibung dieser Zeit keineswegs nur der Darstellung politischer und militarischer Erfolge an. Ihr Ton ist vielmehr von der beinahe allgegenwartigen Behauptung gepragt, dass die Romer der Gegenwart ihren eigenen Vorfahren in vielfacher Hinsicht unterlegen seien. Diese Rede uber die eigene Dekadenz gilt als ein herausragendes Merkmal der romischen Geschichtsschreibung und hat die Rezeptionsgeschichte des antiken Roms erheblich gepragt. Benjamin Biesinger stellt daher die Frage, weshalb Dekadenzerzahlungen fur die Autoren romischer Geschichtsschreibung anhaltend attraktiv blieben und wie diese ihren Lesern plausibel gemacht werden konnten. Mit einem Blick auf die historiographischen Werke der Autoren Cato maior, Sallust, Livius, Velleius Paterculus und Tacitus kann der Autor zeigen, dass solche Niedergangserzahlungen ihre entscheidende Wirkung immer auf dem politischen Sektor der Gegenwart entfalteten.
✦ Table of Contents
Dank
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung. Forschung – Begriff – Quellen
1. Die Forschung
2. Der Begriff „Dekadenz“
3. Das corpus
II. Römische Erfolgsgeschichten
1. Erfolgsgeschichte als Regelfall römischer memoria
2. Fabius Pictor und die frühe römische Historiographie
3. Von gentes zu Generationen: Historiographie als Bedingung römischer Dekadenzdiskurse
III. Autorenspezifische Untersuchungen
A) Cato
1. Cato und der römische mos
2. „Die Jugend“ bei Cato
B) Sallust
1. Die Dekadenzkonstruktion des Sallust
2. Historiographie und Politik
C) Livius
1. Römische Historiographie zwischen Sallust und Augustus
2. Wendepunkte in der Annalistik?
3. Funktionen der „Moraltopographie“ bei Livius
4. Reden über Geschichte II: Konkurrenz der Geschichtskonstruktionen. Die Abrogation der Lex Oppia bei Livius
5. Die Bedeutung der annalistischen Form für Niedergangskonzeptionen
6. Die livianische Verfallskonstruktion
D) Augusteische Geschichtskonstruktionen
1. Semantisierte Zeit: die ludi saeculares des Jahres 17
2. Das Augustusforum als Geschichtskonstruktion
E) Velleius
1. Velleiische Modi des Nicht-Erzählens
2. Accipe nunc, M. Vinici – die Widmung an M. Vinicius
3. Form und Themen der Historia Romana
4. Die velleiische Sabotage am sallustischen Dekadenzmodell
5. Perspektiven und Intentionen des Velleius
F) Tacitus
1. Die Negativität der Kaiserzeit
2. Die Suche nach Gegenbildern
3. Die Gegenwart in der taciteischen Geschichtsschreibung
4. Tacitus im Kontext
IV. Synthesen
1. Rhetorik. Andere Geschichte erzählen – Geschichte anders erzählen
2. Inszenierungen. Dekadenzerzählungen und gestische Selbstausgrenzungen
3. Entwicklungen und kulturelle Spezifität römischer Dekadenzdiskurse
V. Appendices
1. „Große Römer“ bei Sallust (Sall. Cat. 53)
2. Kontingenz als Regelmäßigkeit der julisch-claudischen Kaisernachfolge (Tac. Ann.)
3. Das Scheitern der Adoption Pisos durch Galba in der taciteischen Darstellung (Tac. Hist. 1,12–19)
VI. Quellen und Literaturverzeichnis
1. Abkürzungen
2. Sekundärliteratur
3. Lexika
4. Übersetzungen
VII. Register
1. Namen
2. Orte
3. Sachen und theoretische Begriffe
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