Rezension: Briefwechsel. Herausgegeben von Ulrike Leuschner in Verbindung mit Julia Bohnengel, Yvonne Hoffmann und Amélie Krebs von Johann Heinrich Merck
✍ Scribed by Kai Torsten Kanz
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2008
- Tongue
- German
- Weight
- 126 KB
- Volume
- 31
- Category
- Article
- ISSN
- 0170-6233
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✦ Synopsis
reste derer, zog er daraus nicht die Konsequenz, dass dann die Wohnstatt der Erdenbewohner auch nicht so jung sein konnte, wie der Schöpfungsbericht der Genesis es zu suggerieren schien. Als Mathematiker und Logiker schloss Leibniz damit die Augen vor dem, was andere Zeitgenossen wie Benoît de Maillet sich durchaus niederzuschreiben getrauten, nämlich, dass die Erde womöglich abertausende oder gar viele Millionen Jahre alt sein mochte. Bleibt noch zu sagen: Edition und Übersetzung sind sowohl handwerklich souverän als auch für den Nichtspezialisten leserlich gestaltet. Nicht nur wurden beide Handschriftenversionen sorgfältig berücksichtigt, sondern auch von Leibniz selbst gefertigte Skizzen mit aufgenommen. Lobend hervorzuhebend ist besonders, dass die gestochenen Illustrationen, unter ihnen das berühmte ,Einhornskelett' nach der Beschreibung von Otto von Guericke, nicht wie in der Edition von 1749 ans Ende des Werkes, sondern an die entsprechenden Stellen im Text platziert wurden. Da bleibt es verzeihlich, dass die Editoren, um Aktualität bemüht, zu Beginn ihrer Einleitung Leibniz' Anstrengung, Windkraft nach holländischem Vorbild als Energieressource auch für die Harzer Silberminen nutzbar zu machen, etwas überbetonen. Das mindert ihre Leistung nicht, ein Meisterstück der Wissenschaftsgeschichte einem breiteren Publikum zugänglich gemacht zu haben, das über jeden Gegenwartsbezug hinaus nicht zu Unrecht einen Moment an Zeitlosigkeit für sich beanspruchen kann.