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Refrakturen des Schienbeines bei Erwachsenen

✍ Scribed by M. Gergen


Publisher
Springer
Year
1967
Tongue
English
Weight
552 KB
Volume
61
Category
Article
ISSN
1434-3916

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✦ Synopsis


Itefrakt~ren des Schienbeines bei Erwachsenen

1V~. GEI~GEN Arbeitsunfallkrankenhaus Graz der AUVA (Arztlicher Leiter: Prof. Dr. W. E~ALT) Eingegangen am 15. August 1966 Aus unserem Krankengut der Jahre 1955--1965 kSnnen wit fiber 15 l%efrakturen des Schienbeines nach Schienbein-oder Unterschenkelbruch berichten. Trotz dieser geringen Anzahl m6chten wir einen Beitrag zu der Frage liefern, warum es trotz ausreichender, unfallchirurgischer Behandlung zu einer Refraktur des Schienbeines kommen kann.

In der Begutachtungs-und Versicherungsmedizin erfolgt die Beurteilung einer Schienbeinrefraktur unter dem Gesichtswinkel der Anerkennung oder Aberkenhung der Leistungspflicht, die sich aus der medizinischen und rechtlichen Kl~rung der Unfallkausaliti~t ergibt.

In dieser Hinsicht ist nicht nur die Art und Schwere des Unfullereignisses yon wesentlicher Bedeutung, sondern aueh der Vergleieh yon RSntgenbildern vor und nach der l~efraktur. Dadureh ist meistens der unfallkausale Zus~mmenhang auf Grund der Morphologie und der Lokalisation der Bruchfl~chen herzustellen oder abzulehnen.

Zur Anerkennung eines Bruches als Refraktur ist die vSllige l~bereinstimmung der Bruchfliiche des ersten Bruches mit derjenigen des zweiten Bruehes, d. h. der Refraktur, nicht unbedingt no~wendig, wenn die Lokalisation in beiden F/~llen identiseh ist. Allerdings ist dabei zu fordern, dal~ sich beide Bruchfl~chen teilweise deeken oder berfihren. Die Bruchform k~nn jedoch in Abh~ngigkeit yon der versehiedenartig einw~rkenden Gewalt beim ersten Bruch und bei der l~efraktur voneinander abweichen (Abb. 1 a--c). So meg die Refraktur an der gleichen Stelle des Schienbeines einen Biegungsbrueh zeigen, an welcher bei dem ersten Brueh ein Quer-oder kurzer SchrΒ£gbrueh zu sehen ist.

Die Be~ntwortung der ~rage, ob eine Refraktur vorliegt, ist nicht schwierig, wenn die Bruchfl~chen des ersten Bruehes mit denjenigen der fraglichen Refraktur durch Aufeinanderlegen der RSntgenbilder zur Deckung gebracht werden kSnnen. Hierbei besteht gewShnlich der einzige Unterschied vor und nach der Refraktur in einem Bruch des dfinnen, periostalen Callusmantels, w~hrend die eigentliehe zentrale Bruchfli~che nich~ kaSchern durchgebildet ist. In diesen F~llen genfigt meist ein Gelegenheitstrauma zur Verursachung der Refraktur, da der periostale Callus nicht geniigend stabil gegeniiber Alltagsbelastungen ist.

Fraglich ist die Anerkennung eines Bruehes als Refraktur dann, wenn der erste Bruch zum Zeitpunkt des zweiten Bruehes bereits ausreichend oder knSchern durehgebildet erscheint, der primi~re Bruch ohne wesentliehe Verschiebung oder Achsenknickung be]astungsfi~hig abgeheilt ist, oder die Knochenstruktur an der BruchflΒ£che der fraglichen l~efraktur weder Sklerosiert~ng noeh ,,eystisehe" Ent-


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