𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Quecksilber und Jod enthaltende Derivate des Fichtenlignins

✍ Scribed by Freudenberg, Karl ;Müller, Hans Fr.


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1938
Weight
349 KB
Volume
71
Category
Article
ISSN
0365-9631

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Jod enthaltende Derivate des Fichtenlignins*) .

[Aus d. Chem. Institut d. Universitat u. d. Institut f. d. Chemie d. Holzes u. d. Poly-(Eingegangen am 20. Oktober 1938.) In einer friiheren Mitteilungl) haben wir iiber die Einwirkung einer alkoholischen Losung von Quecksilberacetat auf Methyllignin berichtet und den Srsatz des in den Ligninverband eingetretenen Quecksilberacetat-Restes durch Jod beschrieben. Aus den Bedingungen, unter denen diese Reaktionen ablaufen, sowie aus den Eigenschaften der Produkte haben wir geschlossen, dal3 es sich bei diesen Reaktionen um Substitutionsvorgange an aromatischen Systemen handelt.

Eine Mitteilung von R. S. Hilpert, E. L i t t m a n n und R. Wienbeck2) ist die Veranlassung zu der erneuten Priifung dieser Frage geweseu. Ihre Kritik richtet sich auf die Menge des eintretenden Quecksilbers und betont die Fehlschliisse, denen der Experimentator durch die gleichzeitig auftretenden, dem unloslichen Reaktionsprodukt beigemengten basischen Quecksilberverbindungen ausgesetzt ist. Ferner wird aus der Reaktionsfahigkeit des in das Methyllignin eintretenden Quecksilbers geschlossen, da13 das Metal1 aliphatisch und nicht aromatisch gebunden sein soll.

Wir geben zu, daB die Frage, ob die Quecksilberverbindungen des Methyllignins frei von Beimengungen einfacher, aus dem Reagens stambender Quecksilberverbindungen sind, schwer in eindeutiger Weise zu beantworten ist. Wir haben uns damals dadurch geholfen (was in der Veroffentlichung nicht erwahnt ist), da13 wir die Ligninverbindungen durch Aufschlammen abgetrennt haben. Jetzt haben wir nach dem Vorgang Hilperts wahrend der Kochung Eisessig zugegeben und die Reaktionsprodukte mit Essigsaure ausgewaschen. Schon aus dem Umstand, da13 bei oft wiederholten Reaktionen ein Grenzwert fiir das eintretende Quecksilber erreicht wird und nicht iiberschritten werden kann, ist zu schlieoen, da13 eine echte Reaktion zwischen Methyllignin und Quecksilberacetat vorliegt, und da13 die genannten Beimengungen bei dieser Arbeitsweise keine wesentliche Rolle spielen.

Die Reaktionsfahigkeit des Metalls gegeniiber Salzsaure wurde an den Quecksilberverbindungen des Methyllignins und des Vanillins sowie des Homoveratrols verglichen. Wir finden im Gegensatz zu Hilpert und seinen Mitarbeitern keineq so deutlichen Unterschied, daI3 er geeignet ware, Schliisse auf eine verschiedene Bindungsart zu ziehen.

Aus diesem Grunde haben wir bereits friiher die Jodverbindung des Methyllignins herangezogen, die aus der Quecksilberverbindung durch Jod-Jodkaliumlosung leicht herzustellen ist. An diesen Jodverbindungen hatte sich Hilpert leicht davon uberzeugen konnen, dai3 das Quecksilber in g r o k n Mengen in dasMethyllignin eingebaut ist, und da13 es sich bei der Reaktion um Substitutionen an Benzolkernen handelt, denn das Jod ist so fest gebunden, wie dies, abgesehen von seltenen Ausnahmen, nur an Derivaten des Jodbenzols beobachtet wird. saccharide, Heidelberg.]


📜 SIMILAR VOLUMES