Qualitative Forschung: ein Handbuch
✍ Scribed by Flick, Uwe and Kardorff, Ernst von and Steinke, Ines
- Publisher
- rowohlts enzyklopädie im Rowohlt Taschenbuch Verlag
- Year
- 2007
- Tongue
- German
- Leaves
- 772
- Edition
- 5
- Category
- Library
No coin nor oath required. For personal study only.
✦ Synopsis
Dieses Handbuch will Zusammenhänge, gemeinsame Linien und Differenzen in den heterogenen Entwicklungen der qualitativen Forschung herstellen und aufzeigen. Die Leser mögen damit einen repräsentativen Überblick über die gegenwärtige Landschaft der qualitativen Forschung mit ihren erkenntnistheoretischen Grundannahmen, theoretischen Hauptlinien, methodologischen Grundpositionen und der Methodenentwicklung gewinnen und einen Eindruck von Entwicklungstendenzen erhalten. Dazu werden aktuelle Diskussionen im deutschsprachigen und angloamerikanischen Raum zusammengeführt.
Als Einstieg werden Beispiele vorgestellt, wie qualitative Forschung arbeitet. Dazu dienen Beschreibungen der Forschungsstile von Wissenschaftlern, die das Feld geprägt haben. Weiter wird verdeutlicht, welchen eigenen Beitrag qualitative Forschung zur sozialwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung, Theoriebildung und Methodologie leistet.
Die Theorie qualitativer Forschung wird anhand der wichtigsten Hintergrundtheorien und an Beispielen ausgewählter Gegenstandsbereiche qualitativer Forschung verdeutlicht, ergänzt durch Beiträge zu Forschungsdesigns und methodologischen Verfahrensweisen.
Der Schwerpunkt des Handbuchs liegt auf der Darstellung der wichtigsten Methoden, die derzeit in der qualitativen Forschung verwendet werden. Die Forschungspraxis bei der Erhebung und Interpretation qualitativer Daten steht damit im Zentrum des Buchs.
Abschließend wird die qualitative Forschung im Kontext betrachtet. Hier finden sich Beiträge zur Forschungsethik, zu Lehre und Verwendung qualitativer Forschung sowie kritische Reflexionen zu Stand und Perspektiven qualitativer Forschung.
Das Handbuch wendet sich an Studierende in verschiedenen Fächern, in denen qualitative Forschung angewendet wird. Deshalb wurde auch ein eigener Serviceteil mit Literaturempfehlungen zu Einführungen und klassischen Texten der qualitativen Forschung, Studienhinweisen und aktuellen Internetadressen am Ende des Buchs eingerichtet. Es wendet sich weiterhin an Lehrende in den Sozialwissenschaften und soll schließlich als Nachschlagewerk für qualitative Forscher an Hochschulen und in der Praxis dienen. Es ersetzt kein Lehrbuch der qualitativen Forschung und ist auch kein «Kochbuch», mit dessen alleiniger Hilfe man ein konkretes Forschungsvorhaben umsetzen kann. Vielmehr will es Orientierung, Hintergrund- und Reflexionswissen vermitteln und über den Stand der Entwicklung informieren. Am Ende jedes Beitrags finden sich Hinweise zu weiterführender Literatur.
Das vorliegende Handbuch unterscheidet sich von dem von Flick, Kardorff, Keupp, Rosenstiel und Wolff (1991) herausgegebenen «Handbuch Qualitative Sozialforschung» in konzeptioneller Hinsicht — so fehlen die Anwendungsbereiche qualitativer Forschung und disziplinspezifische Zugänge. Dafür haben wir hier die Darstellung von Methodologie und Methoden in den Vordergrund gestellt. Insofern können sich beide Bände ergänzen; ihre vergleichende Lektüre zeigt auch die produktive Weiterentwicklung im Feld qualitativer Methoden.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde darauf verzichtet, immer die männliche und die weibliche Form zu verwenden. Leserinnen und Leser mögen sich bitte abwechselnd eine weibliche und eine männliche Person vorstellen, wo von Forschern und Interviewpartnern die Rede ist.
Zum Schluss möchten wir allen Autorinnen und Autoren noch einmal herzlich für ihre Beiträge danken und für ihre Bereitschaft zu Überarbeitungen und Kürzungen. Dank gebührt auch Frau Carola Volkmar, die das Gesamtliteraturverzeichnis und die Register bearbeitet hat. Nicht zuletzt danken wir dem Herausgeber der Reihe rowohlts enzyklopädie, Dr. Burghard König, für seine Unterstützung bei der Realisierung dieses Projekts auch in schwieriger werdenden Zeiten. -- Uwe Flick, Ernst von Kardorff und Ines Steinke
✦ Table of Contents
Uwe Flick, Ernst von Kardorff und Ines Steinke
Vorwort 11
Uwe Flick, Ernst von Kardorff und Ines Steinke
1. Was ist qualitative Forschung? Einleitung und Überblick
- Wie qualitative Forschung gemacht wird -- paradigmatische Forschungsstile
2.0 Einleitung 30
Bruno Hildenbrand
2.1 Anselm Strauss 32
Herbert Willems
2.2 Erving Goffmans Forschungsstil 42
Jörg R. Bergmann
2.3 Harold Garfinkel und Harvey Sacks 51
Rolf Lindner
2.4 Paul Willis und das Centre for Contemporary Cultural Studies 63
Maya Nadig und Johannes Reichmayr
2.5 Paul Parin. Fritz Morgenthaler und Goldy Parin-Matthey 72
Stephan Wolff
2.6 Clifford Geertz 84
Yvonna S. Lincoln
2.7 Norman K. Denzin — ein Leben in Bewegung 96
- Theorie qualitativer Forschung
3.0 Einleitung 106
Ronald Hitzler und Thomas S. Eberle
3.1 Phänomenologische Lebensweltanalyse 109
Jörg R. Bergmann
3.2 Ethnomethodologie 118
Norman K. Denzin
3.3 Symbolischer Interaktionismus 136
Uwe Flick
3.4 Konstruktivismus 150
Hans-Georg Soeffner
3.5 Sozialwissenschaftliche Hermeneutik 164
Winfried Marotzki
3.6 Qualitative Biographieforschung 175
Heinz Bude
3.7 Qualitative Generationsforschung 187
Anne Honer
3.8 Lebensweltanalyse in der Ethnographie 194
Rainer Winter
3.9 Cultural Studies 204
Regine Gildemeister
3.10 Geschlechterforschung (gender studies) 213
Lutz von Rosenstiel
3.11 Organisationsanalyse 224
Ernst von Kardorff
3.12 Qualitative Evaluationsforschung 238
- Methodologie qualitativer Forschung
4.0 Einleitung 251
Uwe Flick
4.1 Design und Prozess qualitativer Forschung 252
Werner Meinefeld
4.2 Hypothesen und Vorwissen in der qualitativen Sozialforschung 265
Jo Reichertz
4.3 Abduktion, Deduktion und Induktion in der qualitativen Forschung 276
Hans Merkens
4.4 Auswahlverfahren, Sampling, Fallkonstruktion 286
Udo Kelle und Christian Erzberger
4.5 Qualitative und quantitative Methoden: kein Gegensatz 299
Uwe Flick
4.6 Triangulation in der qualitativen Forschung 309
Ines Steinke
4.7 Gütekriterien qualitativer Forschung 319
- Qualitative Methoden und Forschungspraxis
5.0 Einleitung 332
Stephan Wolff
5.1 Wege ins Feld und ihre Varianten 334
Christel Hopf
52 Qualitative Interviews — ein Überblick 349
Harry Hermanns
53 Interviewen als Tätigkeit 360
Ralf Bohnsack
5.4 Gruppendiskussion 369
Christian Lüders
55 Beobachten im Feld und Ethnographie 384
Douglas Harper
5.6 Fotografien als sozialwissenschaftliche Daten 402
Norman K. Denzin
57 Reading Film — Filme und Videos als sozialwissenschaftliches Erfahrungsmaterial 416
Jörg R. Bergmann und Christoph Meier
5.8 Elektronische Prozessdaten und ihre Analyse 429
Sabine Kowal und Daniel C. O’Connell
5.9 Zur Transkription von Gesprächen 437
Christiane Schmidt
5.10 Analyse von Leitfadeninterviews 447
Gabriele Rosenthal und Wolfram Fischer-Rosenthal
5.11 Analyse narrativ-biographischer Interviews 456
Philipp Mayring
5.12 Qualitative Inhaltsanalyse 468
Andreas Böhm
5.13 Theoretisches Codieren: Textanalyse in der Grounded Theory 475
Udo Kelle
5.14 Computergestützte Analyse qualitativer Daten 485
Stephan Wolff
5.15 Dokumenten- und Aktenanalyse S02
Jo Reichertz
5.16 Objektive Hermeneutik und hermeneutische Wissenssoziologie S14
Jörg R. Bergmann
5.17 Konversationsanalyse 524
Hubert Knoblauch und Thomas Luckmann
5.18 Gattungsanalyse 538
Jan Parker
5.19 Die diskursanalytische Methode 546
Hans-Dieter König
5.20 Tiefenhermeneutik SS6
Heinz Bude
5.21 Die Kunst der Interpretation 569
Eduard Matt
5.22 Darstellung qualitativer Forschung 578
- Qualitative Forschung im Kontext
6.0 Einleitung 588
Christel Hopf
6.1 Forschungsethik und qualitative Forschung S89
Uwe Flick und Martin Bauer
6.2 Qualitative Forschung lehren 600
Ernst von Kardorff
6.3 Zur Verwendung qualitativer Forschung 615
Hubert Knoblauch
6.4 Zukunft und Perspektiven qualitativer Forschung 623
Christian Lüders
6.5 Herausforderungen qualitativer Forschung 632
Alexandre Metraux
6.6 Verfahrenskunst. Methodeninnovation und Theoriebildung in der qualitativen Sozialforschung 643
Heike Ohlbrecht
7. Serviceteil
Literatur 672
Über die Autoren 752
Personenregister 756
Sachregister 761
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