Prävention und Therapie der Osteoporose. Stellenwert von Calcium und Vitamin D
✍ Scribed by Reiner Bartl
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2009
- Tongue
- German
- Weight
- 436 KB
- Volume
- 38
- Category
- Article
- ISSN
- 0048-3664
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✦ Synopsis
Abstract
Eine Monotherapie mit Vitamin D und Calcium ist zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose nicht geeignet. Die Supplementation von Calcium und Vitamin D~3~ ist aber generell als Basistherapie bei Patienten mit Risikofaktoren und obligat als additive Begleittherapie bei jeder medikamentösen Osteoporosetherapie indiziert und sogar unerlässlich (siehe DVO‐Leitlinien). Nach mehrjähriger Behandlung mit effektiven Antiosteoporotika wird oft Calcium plus Vitamin D allein im Sinne einer “Erhaltungstherapie” fortgeführt. Die Datenlage zur fraktursenkenden Wirkung von Calcium und/oder Vitamin D erlaubt folgende Einschätzungen:
˙ Wirkung gesichert: Verminderung von Schenkelhalsfrakturen bei Frauen in Altenheimen mit einem Calcium‐ und Vitamin‐D‐Mangel durch die kombinierte Gabe von Vitamin D plus Calcium.
˙ Wirkung wahrscheinlich: Verminderung von peripheren Frakturen bei Frauen und Männern im höheren Lebensalter mit Calcium‐ und Vitamin‐D‐Mangel durch die kombinierte Gabe von Vitamin D plus Calcium.
˙ Wirkung möglich: Verminderung von peripheren Frakturen und Wirbelkörperfrakturen bei Männern und Frauen in allen Altersklassen durch eine Optimierung der Calcium‐ und Vitamin‐D‐Versorgung.
Bei älteren Menschen muss die Vitamin‐D‐Gabe wegen der mangelhaften Produktion in der Haut Sommer wie Winter erfolgen. Die Serumkonzentration an 25‐Hydroxyvitamin D sollte mindestens 20 ng/mL und durchschnittlich 30 ng/mL betragen. Um diesen Spiegel zu erreichen, ist eine tägliche Aufnahme von ca. 800 IE (20 μg) Vitamin D erforderlich. Eine Vitamin‐D‐ und Calcium‐Zufuhr ist insbesondere in der Schwangerschaft und Stillzeit angezeigt. Wir empfehlen in unserer Ambulanz zur Prävention der Therapie der Osteoporose als Basistherapie die “1000er Regel”: täglich 1000 mg Calcium und 1000 IE Vitamin D~3~.
Vitamin D reduziert ferner das Sturzrisiko, verbessert die Muskelkraft und besitzt noch zahlreiche positive Wirkungen auf andere Organsysteme. Das Auftreten von Nierensteinen oder einer Gefäßverkalkung ist bei Osteoporose‐Patienten in der empfohlenen Dosis und bei normaler Flüssigkeitszufuhr nicht zu befürchten.
Der Einsatz aktiver Vitamin‐D‐Metabolite ist auf Grund der Studiendatenlage zur Therapie der postmenopausalen Osteoporose nicht zu empfehlen und nur bei Funktionsstörungen der Leber und/oder Niere zu diskutieren. Ein unkritischer Einsatz von hydroxylierten Formen des Vitamin D bei Sturzpatienten ist auch aus Kostengründen nicht sinnvoll. Eine Substitution mit anderen Mineralien, Vitaminen oder Spurenelementen ist nur bei Vorliegen von nachgewiesenen Mangelzuständen sinnvoll und vertretbar.
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