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Cover of Plutonien (1924)

Plutonien (1924)

✍ Scribed by Wladimir Afanasjewitsch Obrutschew


Book ID
111356281
Publisher
Verlag Neues Leben Berlin
Year
1954
Tongue
German
Weight
960 KB
Series
Spannend Erzählt Reihe 004
Edition
Spannend Erzählt Reihe
Category
Fiction

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Plu­to­ni­en
Uto­pi­scher Roman
Spannend Erzählt Reihe - Band 4
(1924)
Der Staats­ver­trag für erd­kund­li­che Li­te­ra­tur bringt drei Ro­ma­ne von W. A. Ob­rut­schew her­aus: „Plu­to­ni­en", „Das San­ni­kow­land" und „In den Ur­wäl­dern In­ner­asi­ens (Ta­ge­buch eines Schatz­grä­bers)". Aka­de­mie­mit­glied Wla­di­mir Afa­nasje­witsch Ob­rut­schew, Held der so­zia­lis­ti­schen Ar­beit, Sta­lin­preis­trä­ger, Ehren­prä­si­dent der geo­gra­phi­schen Ge­sell­schaft der UdSSR, ist einer der be­deu­tends­ten so­wje­ti­schen Geo­graphen und Geo­lo­gen. Seine wis­sen­schaft­li­chen Ar­bei­ten zäh­len zu den bes­ten der So­wjet­wis­sen­schaft. Zugleich ist er bei der So­wjet­ju­gend als Ver­fas­ser wis­sen­schaft­lich-phan­tas­ti­scher Ro­ma­ne sehr be­liebt. Er weckt in ihr das In­ter­es­se für Erd­kun­de, For­schun­gen und für die erd­ge­schicht­li­che Ver­gan­gen­heit. „Plu­to­ni­en" und „Das ­San­ni­kow­land" er­schie­nen zu­erst 1924 und 1926 und er­leb­ten seit­dem meh­re­re Auflagen. Der Roman „In den Ur­wäl­dern In­ner­asi­ens (Ta­ge­buch eines Schatz­grä­bers)" wurde von W. A. Obrutschew 1950 ab­ge­schlos­sen.
In „Plu­to­ni­en" läßt der Ver­fas­ser die ferne erd­ge­schicht­li­che Ver­gan­gen­heit le­ben­dig und fes­selnd wiedererstehen.
Dem Buch „Das San­ni­kow­land" liegt als Stoff die Hy­po­the­se von einem rät­sel­haf­ten Land zu­grun­de, über das sich bei vie­len rus­si­schen Po­lar­for­schern Auf­zeich­nun­gen fin­den, des­sen Exis­tenz aber noch nicht end­gül­tig be­stä­tigt wer­den konn­te.
Der Roman „Jn den Ur­wäl­dern In­ner­asi­ens (Ta­ge­buch eines Schatz­grä­bers)" ist für Geo­gra­phen und erd­kund­lich in­ter­es­sier­te Leser be­son­ders fes­selnd. In die­sem Buch ver­wer­tet W. A. Ob­rut­schew das reich­hal­ti­ge Ma­te­ri­al, das er wäh­rend sei­ner be­rühm­ten Ex­pe­di­tio­nen in In­ner­asi­en sam­mel­te, sowie das Ex­pe­di­ti­ons­ma­te­ri­al an­de­rer be­deu­ten­der rus­si­scher For­schungs­rei­sen­der. In glän­zen­der Dar­stel­lung zieht am Leser das Pan­ora­ma In­ner­asi­ens vor­über: Na­tur­schil­de­run­gen wech­seln ab mit der Be­schrei­bung des le­gen­dä­ren Sees Lob-nor, der ge­heim­nis­vol­len toten Stadt Cha­ra-cho­to, der phan­tas­ti­schen „Aeo­li­schen Stadt", deren ver­dienst­vol­ler Ent­de­cker W. A. Ob­rut­schew ist.
Zwei­fel­los wird das neue Buch W. A. Ob­rut­schews in brei­ten Le­ser­krei­sen die glei­che Po­pu­la­ri­tät er­rin­gen, wie sie die wis­sen­schaft­lich­phan­tas­ti­schen Ro­ma­ne „Plu­to­ni­en" und „Bas San­ni­kow­land" schon seit lan­gem be­sit­zen.

Staats­ver­lag für erd­kund­li­che Li­te­ra­tur

Mos­kau 1951

Un­se­re Erde be­steht schon seit vie­len Mil­lio­nen Jah­ren, in deren Ver­lauf das Leben auf ihrer Ober­flä­che gro­ßen Ver­än­de­run­gen un­ter­wor­fen war. Die im war­men Was­ser der ers­ten Meere ent­stan­de­nen Ei­weiß­klümp­chen durch­lie­fen einen lang­sa­men Ent­wick­lungs­pro­zeß und ver­wan­del­ten sich in eine Reihe ver­schie­den­ar­ti­ger Pflan­zen- und Tier­or­ga­nis­men, die in zahl­rei­chen Ge­ne­ra­tio­nen den ge­gen­wär­ti­gen Zu­stand er­reich­ten.
Die Ver­än­de­rung der For­men des or­ga­ni­schen Le­bens kann man bei der Er­for­schung ihrer in den Schich­ten der Er­drin­de als Ver­stei­ne­run­gen er­hal­ten ge­blie­be­nen Reste ver­fol­gen. Diese Ver­stei­ne­run­gen ver­mit­teln uns eine ge­nü­gend klare Vor­stel­lung von der Pflan­zen- und Tier­welt längst ver­flos­se­ner Zei­ten auf der Ober­flä­che der Erde wäh­rend der elf so­ge­nann­ten erd­ge­schicht­li­chen Zeit­ab­schnit­te seit der Ent­ste­hung des or­ga­ni­schen Le­bens. Und je wei­ter ein sol­cher Zeit­ab­schnitt zu­rück­liegt, um so grö­ßer ist der Un­ter­schied zwi­schen den für ihn cha­rak­te­ris­ti­schen For­men Or­ga­ni­schen Le­bens und den For­men der Ge­gen­wart.
Mit den Er­for­schun­gen die­ses ver­sun­ke­nen Le­bens, ihrer Be­son­der­hei­ten, ihrer Le­bens­be­din­gun­gen und der Ur­sa­chen ihrer Ver­än­de­rung, des Aus­ster­bens der einen und der Ent­wick­lung und Ver­voll­komm­nung der an­de­ren, be­faßt sich ein Zweig der Wis­sen­schaft, die Pa­lä­on­to­lo­gie oder Ver­stei­ne­rungs­kun­de. Sie wird an ei­ni­gen Hoch­schu­len ge­lehrt. Doch ist es für jeden Men­schen in­ter­es­sant, eine all­ge­mei­ne Vor­stel­lung vom or­ga­ni­schen Leben jener fer­nen erd­ge­schicht­li­chen Zeit­ab­schnit­te zu be­kom­men. Und diese Auf­ga­be ver­such­te ich in mei­nem Buch in Form eines wis­sen­schaft­lich-phan­tas­ti­schen Ro­mans zu lösen. Man könn­te be­schrei­ben, wie auf Stein­plätt­chen Pflan­zen­ab­drü­cke ge­fun­den wer­den und wie nach ein­zel­nen Blät­tern die Vor­stel­lung von einem gan­zen Baum oder Strauch ge­won­nen wird, wie aus einem Stein ver­schie­de­ne Mu­scheln, Ko­ral­len und Reste an­de­rer wir­bel­lo­ser Mee­res­tie­re ge­löst und wie sie ge­rei­nigt und ihre Namen be­stimmt wer­den, wie mit gro­ßer Vor­sicht die Kno­chen von Wir­bel­tie­ren aus­ge­gra­ben und zu gan­zen Ske­let­ten, die das frü­he­re Aus­se­hen die­ser Le­be­we­sen ver­mit­teln, zu­sam­men­ge­setzt wer­den. Doch wären sol­che Be­schrei­bun­gen sehr lang­at­mig und lang­wei­lig, sie nüt­zen nur Stu­die­ren­den, künf­ti­gen Pa­lä­on­to­lo­gen, wür­den aber dem brei­ten Le­ser­kreis keine le­ben­di­ge Vor­stel­lung ver­flos­se­ner Le­bens­for­men geben. Des­halb wähl­te ich die Form eines Ro­mans. Aber wie führt man den Leser in diese Welt längst ver­schwun­de­ner Le­be­we­sen und in ihre Um­ge­bung, in der sie leb­ten?
Ich kenne nur zwei Bü­cher, in denen ein ähn­li­cher Ver­such ge­macht wurde. Das eine ist Jules Ver­nes „Die Reise zum Mit­tel­punkt der Erde", in dem ei­ni­ge For­scher durch den Kra­ter eines is­län­di­schen Vul­kans in die Tiefe hin­ab­stei­gen und un­ter­ir­di­sche Hohl­räu­me ent­de­cken, be­völ­kert von rät­sel­haf­ten Le­be­we­sen und aus­ge­stor­be­nen Tie­ren, von denen man sich keine Vor­stel­lung ma­chen kann. Und zu­rück an die Ober­flä­che ge­lan­gen die Tor­scher durch den Kra­ter eines an­de­ren Vul­kans mit Hilfe eines Flo­ßes, auf ko­chen­dem Was­ser und schlie­ßich sogar auf ge­schmol­ze­ner Lava schwim­mend. Dies alles ist sehr un­glaub­wür­dig. Vul­kan­kra­ter sind keine Rohre, die sich weit in die Tiefe öff­nen, sie sind mit er­starr­ter Lava an­ge­füllt, mit einem Floß kann man nicht auf ko­chen­dem Was­ser, ge­schwei­ge denn auf glü­hen­der Lava schwim­men. Die geo­lo­gi­schen Feh­ler in die­sem Buche ver­an­laß­ten mich 1915 zu mei­nem Roman „Plu­to­ni­en". Bis dahin hatte ich noch nichts für ju­gend­li­che Leser ge­schrie­ben und hatte auch nicht die Ab­sicht ge­habt, es zu tun.
Das zwei­te ist von Conan Doyle. In ihm ent­deckt eine Ex­pe­di­ti­on in Süd­ame­ri­ka ein hohes, sehr schwer zu­gäng­li­ches Pla­teau, das von sei­ner gan­zen Um­ge­bung ab­ge­schnit­ten ist und auf dem ur­zeit­li­che Men­schen, große men­schen­ähn­li­che Affen und ei­ni­ge in den üb­ri­gen Ge­bie­ten der Erde aus­ge­stor­be­ne Tier­ar­ten leben. Die auf das Pla­teau hin­auf­ge­stie­ge­nen Tor­scher er­le­ben ver­schie­de­ne Aben­teu­er. Aber auch in die­sem Roman ist vie­les un­glaub­wür­dig, er ver­mit­telt dem Leser die Be­kannts­dhaft mit einer Welt, die der Jetzt­zeit na­he­steht, und hat auf mich einen so schwa­chen Ein­druck ge­macht, daß ich sei­nen Titel ver­gaß, ob­gleich ich ihn zwei­mal und vor gar nicht lan­ger Zeit las, viel spä­ter als das Buch Jules Ver­nes.
Der gute wis­sen­schaft­lich-phan­tas­ti­sche Roman muß glaub­wür­dig sein, er muß im Leser die Über­zeu­gung her­vor­ru­fen, daß alle be­schrie­be­nen Er­eig­nis­se unter ge­wis­sen Be­din­gun­gen mög­lich sind, daß an ihnen nichts Über­na­tür­li­ches, nichts Wun­der­ba­res ist. Wenn in einem Buch al­ler­lei Wun­der an­ge­häuft wer­den, so ist dies schon kein Roman, son­dern ein Mär­chen für klei­ne Kin­der, denen man alles mög­li­che er­zäh­len kann.
Schon die ers­ten Auf­la­gen von „Plu­to­ni­en" zeig­ten, daß darin die For­de­rung nach Glaub­wür­dig­keit er­füllt ist. Ich er­hielt von Le­sern häu­fig genug Brie­fe, in denen sie ganz ernst­haft frag­ten, warum nicht neue Ex­pe­di­tio­nen nach Plu­to­ni­en zur Er­for­schung der un­ter­ir­di­schen Welt aus­ge­rüs­tet wür­den, an­de­re boten sich als Teil­neh­mer zu­künf­ti­ger Ex­pe­di­tio­nen an. Wie­der­um an­de­re in­ter­es­sier­ten sich für das Schick­sal der im Roman dar­ge­stell­ten For­scher. Des­halb mußte ich in der letz­ten Auf­la­ge „Plu­to­ni­ens" den Le­sern in einem Nach­wort er­klä­ren, daß ich, um sie mit den Tie­ren und Pflan­zen ei­ni­ger ver­flos­se­ner Zeit­ab­schnit­te in sol­cher Form be­kannt zu ma­chen, als exis­tier­ten sie auch heute noch ir­gend­wo im In­nern der Erde, eine Hy­po­the­se als Wahr­heit un­ter­stel­len mußte. Diese Hy­po­the­se wurde zu Be­ginn des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts auf­ge­stellt und ist da­mals auch von den Ge­lehr­ten ernst­haft dis­ku­tiert wor­den, sie ist im vor­letz­ten Ka­pi­tel („Ein wis­sen­schaft­li­ches Ge­spräch"), in dem der Ex­pe­di­ti­ons­or­ga­ni­sa­tor ihre Rich­tig­keit ver­tei­digt, aus­führ­lich dar­ge­legt. In Wirk­lich­keit wird diese Hy­po­the­se schon seit lan­gem von der Wis­sen­schaft ab­ge­lehnt.

Ich hoffe, daß auch diese Auf­la­ge, gleich den frü­he­ren, in den jun­gen Le­sern das In­ter­es­se für Erd­ge­schich­te stei­gern und sie dazu an­re­gen wird, sich näher mit die­ser in­ter­es­san­ten Wis­sen­schaft zu be­fas­sen, die den Bau und die Zu­sam­men­set­zung un­se­res Pla­ne­ten er­forscht und die be­rich­tet, wel­che Pflan­zen und Tiere er in frü­he­ren Zeit­ab­schnit­ten be­her­berg­te, wie diese Pflan­zen und Tiere sich ver­än­der­ten und auf­ein­an­der folg­ten -bis zur Ent­wick­lung eines den­ken­den We­sens, des Men­schen, der zum Herrn der Erde wurde.
Der Ver­fas­ser


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