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Pharmakoökonomie pflanzlicher Antidepressiva: Bieten Phytopharmaka ein Einsparpotenzial?

✍ Scribed by Volker Schulz


Publisher
John Wiley and Sons
Year
2003
Tongue
German
Weight
176 KB
Volume
32
Category
Article
ISSN
0048-3664

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✦ Synopsis


Abstract

Die Kosten der Behandlung leichter und mittelschwerer depressiver Episoden mit Johanniskrautextrakt sind vergleichbar niedrig wie diejenigen mit Amitriptylin und bis zu 5‐fach niedriger als bei bestimmten neuen Antidepressiva. Die Häufigkeit unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist mit Johanniskrautextrakt 10‐bis 20‐fach niedriger als mit Amitriptylin, weshalb letzteres in der Praxis verbreitet nur in Dosierungen eingenommen wird, die von vielen Experten als subtherapeutisch klassifiziert werden [3, 4, 6]. In höheren Dosierungen (150 mg oder mehr pro Tag) ist die Wirksamkeit von Amitriptylin zwar weitaus häufiger in kontrollierten Studien geprüft und statistisch ermittelt worden, als das bisher mit Johanniskrautextrakten der Fall war. Leider sind aber aufgrund der charakteristischen Nebenwirkungen alle diese Studien mit Amitriptylin nicht oder nur partiell doppelblind durchgeführt worden, mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen. So sah sich beispielsweise die europäische Zulassungsbehörde veranlasst, Vergleichsstudien neuer Substanzen gegen Amitriptylin und andere seit Jahrzehnten zugelassene Antidepressiva nicht zu akzeptieren, sondern trotz ethischer Bedenken in solchen Studien auch weiterhin an der Mitführung von Placebo‐Gruppen festzuhalten [1].

Fasst man alle diese Aspekte zusammen, dann zählen Johanniskrautextrakte in der Hand erfahrener Ärzte — und dort gehört nach Ansicht des Autors die Behandlung der betreffenden Patienten hin — unter wirtschaftlichen wie auch ethischen Gesichtspunkten bei der Behandlung leichter und mittelschwerer depressiver Episoden zu den besten Antidepressiva, die uns heute zur Verfügung stehen.