Pflanzliche ω3- und ω6-Fettsäuren: Wissenswertes zu Pflanzenölen
✍ Scribed by Christine Metzner; Wolfgang Lüder
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2007
- Tongue
- German
- Weight
- 314 KB
- Volume
- 36
- Category
- Article
- ISSN
- 0048-3664
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✦ Synopsis
Abstract
Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) LA und ALA können vom menschlichen Organismus nicht synthetisiert werden und sind deshalb für ihn essenziell. Während der Schwangerschaft sind auch die ω6‐Polyalkenfettsäure AA und die ω3‐Polyalkenfettsäure DHA konditionell essenziell. Die längerkettigen PUFAs werden durch Elongation und Desaturation gebildet. Die Konversionsrate von ALA wird durch die Zufuhrmengen reguliert und liegt bei 5 bis 10 %. Dieser “Sicherheitsstoffwechsel” ermöglicht es, dass auch Menschen, die keinen Fisch essen, mit den längerkettigen Fischölfettsäuren EPA und DHA versorgt werden.
AA und EPA sind Precursoren der Eicosanoide der 6‐er‐ bzw. der 3‐er‐Reihe. Da beide PUFAs um die gleichen Enzymsysteme konkurrieren, führt eine Erhöhung der ALA‐ und/oder eine reduzierte LA‐Zufuhr zu einer verminderten endogenen AA‐Bildung, wodurch das entzündliche und thrombotische Risiko und in Folge das kardiovaskuläre Risiko gesenkt wird.
Entscheidend für die gesundheitsfördernden Effekte der pflanzlichen PUFAs ist das Verhältnis von ω6‐ zu ω3‐Polyalkenfettsäuren bzw. von LA zu ALA. Für gesunde Personen ist im Nahrungsfett ein LA‐/ALA‐Quotient = 5:1 und für Personen mit metabolischem Syndrom oder deren Einzelkomponenten sowie für Personen mit chronisch‐entzündlichen Erkrankungen von 4 bis 3:1 anzustreben. Pro Tag sollten ca. 2 g ALA (20 g Rapsöl) und 7 bis maximal 10 g LA mit der Nahrung zugeführt werden. Um diese Vorgaben zu erreichen, sind ALA‐reiche Pflanzenöle/Lebensmittel zu präferieren, beispielsweise Lein‐, Raps‐ und Walnussöl, Erdnüsse und Walnüsse. Aus ernährungsmedizinischer Sicht (Energieproblem durch Fettzufuhr) kann es erforderlich sein, ALA zu supplementieren. Den ALA‐Supplementen sollten antioxidative Substanzen (Vitamine E und C, Flavonoide) zur Verminderung der exogenen und endogenen Lipidperoxidation zugesetzt werden. Obwohl ALA in ca. 10 % zu länger kettigen Fettsäuren EPA konvertiert wird, ist trotzdem ein Verzehr von fetten Seefischen zweimal pro Woche oder ein Fischöl‐Supplement in Kapselform (maximal 1 g pro Tag) zu empfehlen; letzteres unter ärztlicher Kontrolle.
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