Pathobiochemie. Perspektiven und Entwicklungstendenzen für die klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik, herausgegeben von R. Haschen und C. Wagenknecht. Reihe Ergebnisse der experimentellen Medizin, Bd. 30, 245 Seiten. VEB Verlag und Gesundheit, Berlin 1978. Preis 27,- M
✍ Scribed by Aust, L.
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1979
- Tongue
- English
- Weight
- 106 KB
- Volume
- 23
- Category
- Article
- ISSN
- 0027-769X
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✦ Synopsis
Kurznachrichten Die Vortrage der Konferenz, die 1975 in Turku (Finnland) stattfand, belegen erneut eindrucksvoll, da5 Biotransformation nicht zwangslaufig zur Detoxifizierung sondern mitunter auch zur Toxifizierung fuhrt. Nach kurzer Einfuhrung durch R. T. WILLIAMS wird die ,,Theone der reaktiven Zwischenprodukte und deren kovalenter Bindung" an Beispielen diskutiert, wobei besonders auf die carcinogenese (aromatische Amine, Safrol, Aflatoxin B I), sowie auf Kinetik und den Metabolismus (Brombenzol, Acetaminophen) eingegangen wird. Im zweiten Kapitel werden besonders metabolisierende Enzymsysteme (mikrosomale Monooxygenasen, Arylkohlenwasserstoff-Hydroxylase) betrachtet und neben weiteren Enzymen deren Rolle im Metabolismus des Benzpyren dargestellt. Auf die Bedeutung der Epoxid-Hydratase, Gluthation-S-Transferase und UDP-Glucuronosyltransferase und weiterer Enzyme bei der Inaktivierung von Metaboliten wird in weiteren Vortragen eingegangen. Spezielle reaktive Zwischenprodukte stehen im Mittelpunkt von Beitragen, die sich mit dem Metabolismus von Hydrazinen, Nitrit, Benzol, p-Xylol, Schwefelkohlenstoff, Parathion, Benzpyren, Polyaromaten (Benzanthrazen), Phenacetin, Paracetamol und N-Demethyldiazepam beschaftigen. Interessante Hypothesen werden im Kapitel ,,Lipid-Peroxydation in biologischen Strukturen" (z. B. bei gleichzeitiger Einwirkung von Tetrachlorkohlenstoff oder Blei) vorgestellt. Im Zusammenhang mit Untersuchungen von Chloralkan-bedingten Leberzellschadigungen wird hervorgehoben, daD im Rahmen der Hypothese der ,,kovalenten Bindung reaktiver Metabolite an Makromolekule" fruchtbringende Arbeiten moglich sind. Eine kovalente Bindung ist offenbar zur Entfaltung toxischer Wirkungen notwendig. Das Vorhandensein derartiger Bindungen la5t jedoch nicht immer den Schlu5 auf Veranderungen zu, die zum Zelltod fuhren. Weitere Vortrage behandeln den Zusammenhang zwischen Entstehung reaktiver Zwischenprodukte und carcinogenese (Bindung an DNS, RNS) sowie Probleme der DNS-Schadigung (2. B. durch Nitrosoderivate) und -Reparatur. Die Vortrage, zahlreiche Literaturhinweise und die uberarbeiteten Diskussionsbeitrage des Symposiums geben viele wertvolle Anregungen und vermitteln tiefgehende biochemische und molekularbiologische Erkenntnisse. R. M. MACHOLZ