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Ostmärkische Salmonidenfragen. Ein Bericht

✍ Scribed by Eugen Neresheimer


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1938
Tongue
English
Weight
421 KB
Volume
37
Category
Article
ISSN
1434-2944

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✦ Synopsis


Es ist ziemlich iiblich und gewiB auch vorteilhaft, von Zeit zu Zeit alles das zusammenzustellen, was wir etwa iiber eine bestimmte Tiergruppe oder eine Gruppe von Erscheinungen wissen. Weniger haufig wird das umgekehrte Verfahren eingeschlagen, namlich eine Darlegung dessen, was wir iiber dies oder jenes nicht wissen, aber eigentlich notwendig wissen sollten. Vielleicht mag aber auch dies von einigem Nutzen sein, es mag vielleicht jiingeren Fachgenossen einen Wink fur ihre kiinftige Forschungstatigkeit geben und so mittelbar zur Liisung der einen nder anderen brennenden Frage beitragen.

Wahrend meiner langjahrigen und vielseitigen Beschaftigung mit den lachsartigen Fischen des Alpengebietes ist es mir schon lange und immer wieder aufgefallen, wie aufierordentlich vie1 wir uber ( h e Fische nicht wissen, und gerade uber die gr:riiBten, begehrtesten und wertvollsten untrr ihnen am allerwenigsten. Es wiire leicht, die Wahrheit dieser Behauptung am Lachs, Salmo salar L., zu erweisen, der uns ja, ungeachtet der geradezu riesigen Literatur, die uber ihn besteht, noch Riitsel uber Ratsel aufgibt. Aber es liegt mir naher, mich mit den in der Ostmark heimischen Salmoniden zu befassen, und ich mu13 gestehen, daa auch uber sie unsere Kenntnisse in einer wahrhaft bedauerlichen und beschamenden Weise liickenhaft sind. Ein ausgezeichnetes Beispiel dafur bietet der Donaulachs, der Huchen, ein beriihmter und hochgeschatzter Fisch, das Ideal aller alpenlandischen Sportangler, den jeder zu kennen glaubt. Und dabei befiirchte ich ganz ernstlich, daB er in unseren heimischen Gewassern ausgestorben sein wird, bevor wir iiber seine Lebensweise genug in Erfahrung gebracht haben, um wirksame MaBnahmen gegen diese Gefahr durchfiihren zu konnen. In der Tat gibt es kaum eine Frage uber die Lebensweise des Huchens, iiber die man nicht von mehreren Kennern dieses Fisches einander vollig entgegengesetzte Meinungen horen konnte. Wir wissen, daL3 der Huchen, abgesehen von ganz nahe verwandten, vielleicht mit ihm so gut wie wesensgleichen Arten der russischen Strome, auf das Donaugebiet beschrankt ist. Auch heute noch wird vielfach behauptet, er sei, neben dem Hauptstrom, auf die rechtsseitigen, sudlichen Zufliisse beschrankt und meide besonders die kalkarmen,


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