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Ni(tpt)(NO3)2 – ein dreidimensionales, selbstverkettetes Netz mit der ungewöhnlichen (12,3)-Topologie

✍ Scribed by Brendan F. Abrahams; Stuart R. Batten; Martin J. Grannas; Hasan Hamit; Bernard F. Hoskins; Richard Robson


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1999
Tongue
English
Weight
134 KB
Volume
111
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


Festkörper mit ausgedehnten Gerüsten sind von erheblichem aktuellen Interesse, weil sie viele Möglichkeiten für die Entwicklung neuer Materialien mit einem breiten Spektrum potentiell nützlicher Eigenschaften bieten. [1] Ein wertvolles Konzept zum Aufbau und zur Beschreibung ausgedehnter Strukturen, insbesondere jener mit einander durchdringenden Teilstrukturen, [2] basiert auf der Idee eines Netzes; Wells hat eine Sammlung derartiger Netze zusammengestellt. [3] In aktuellen Untersuchungen beschäftigt man sich mit verbrückenden Liganden, die zwei oder mehr zweizähnige Metallbindungsstellen aufweisen [4] und als Bausteine für Koordinationspolymere besonders reizvoll sind, weil sie robuste Netze mit guter elektronischer Verbindung zwischen den Metallzentren versprechen. Koordiniert ein oktaedrisches Metallzentrum drei Liganden dieses Typs, wird das Metallzentrum zu einem dreifach verknüpfenden Knoten, der den Zugang zu einer Reihe von noch immer wenig bekannten dreifach verknüpften Netzen eröffnet. Unserer Einschätzung nach werden in naher Zukunft viele Beispiele dreifach verknüpfter Netze bekannt werden. Mit dem Symbol (n,3) läût sich die Topologie von Netzen beschreiben, in denen alle Knoten dreifach verknüpfend sind und bei denen die kleinsten Schlaufen, die alle drei verschiedenen Verknüpfungspaare enthalten, die von jedem Knoten ausgehen, n-gonal sind. Eine interessante Frage, die sich im Hinblick auf die (n,3)-Netze aufdrängt, ist die nach dem gröûtmöglichen Wert für n; mit anderen Worten: Bei welchem dreidimensionalen dreifach verknüpften Netz sind die kürzesten Schlaufen so lang wie möglich? Das (12,3)-Netz ist dasjenige mit dem gröûten Wert für n, der von Wells berücksichtigt wurde. [1,5] Wir beschreiben hier das unseres Wissens nach erste reale chemische Beispiel für ein (12,3)-Netz.

Abbildung 1 zeigt ein (12,3)-Netz mit planaren Knoten. Das Netz, das intrinsisch chiral ist, setzt sich aus ¹doppeltenª sechszähligen Helices zusammen, die alle den gleichen Abbildung 1. Darstellung eines (12,3)-Netzes, in dem alle Knoten planar und äquivalent sind. Eine sechszählige Doppelhelix ist durch einen Stern gekennzeichnet.