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Neuere Arbeiten über Pfeilgifte

✍ Scribed by Dr. rer. nat. Bernhard Witkop


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1942
Tongue
English
Weight
980 KB
Volume
55
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


mmer wieder erregt es unser Erstaunen, wenn wir sehen, niit I welch sieherem Instinkt selbst primitive Viilkerschaften es seit Jahrtausenden verstantlen haben, in der sic umgebenden Pflanzenwelt IIeil-oder Giftmirkungcq aufzufinderi, die sie sich d a m zunutze maeliten. So wie die agyptische ist auch die Mythologic des griechischen und romischen Kulturkreises voll von Mittcilungen iiber hochwirksame Giftstoffe, die ron giftkuiidigen Zaubercrn und meist dern weiblichen Geschlecht angchoreiiden Giftmischern bereitet und angewandt wurdcn, wie die Namen I k k a t e (und ihre TBchter). Medea, Circe und viele andere dartun. Wie eng dabei seit alter Zeit, wenn von Giften die Rcde war, die Vorstellung ihrer Anwciidung zur Vergiftung von Pfcilcn damit vemoben war, zcigcn einige etymologisehe Deutungsvcrsuehe : So leitcte man das griechische \Vort fur Arzt /.zre6;, das den Chemikern von der Ara der Iatrochemie her bekannt ist, von t'd, Pfeile, ab.

Das Wort fur Gift selbst, niimlich T O & X ~, , ~) , lateinisch toxicum, brachte man in genetisehen Zusammenhang rnit taxus, Eibe, deren Beerennaeh Dioscoridesden Harbaren zum Vergiften ihrer Pfeile gedient haben sollcn. Cnter Harbaren sind hicrvom romischen Standpunkt aus -Kelten, Gallier, Franken, Vandalcn u. a. zu vcrstehen, die sichwie aueh aus Sehilderurigeii von Aristoteles, Plinius und Celsus hervorgehtausgicbig vergifteter Wurfgeschosse, Pfeile und Sehwerter bedieiit haben sollen. Die Erwahnung eriibrigt sieh nicht, weil man bei dcr Nennung von Pfeilgiften stets versuclit ist, damit die Vorstellung voii lautlos sclileichendcn BuschmPnnern oder skalpliisternen Indianern zu verbinden. DaW abcr den nordischgermanisehen Volkern vergiftete Waffcn riicht fremd waren, zeigt z. B. die Erwahnung dcs vergifteten Scliwertes ,,IIrunting" im Beowulf-Epos, dem altesten angelsiichsischen Heldengedicht, dessen Entstehung iq das 7. Jahrhu4dcrt gcsctzt mird. Im deutschen Rittercpos zeigt die hiiufige Brwlhnung vergifteter Speere und Pfeilcz. 13. in Gottfried von StraDburgs ,,Tristan und Isolde" -, daW zu Bcginn des 13. Jahrhundcrts diese gellufige Waffen waren. Vie1 Interessantes ware noch iiber die Verwendung von Pfeilgiften im alten Buropa dureh die Sarazenen, Franzosen, Spanier, durch die Waldenser (die ein cigenes Gift besahn, das so- genarinte Waldensergift, die 'I'hora Valdensis), Hussiten usw. zii berichten. Es sei nur noch einiges iiber die Art und Herkunft dieser Gifte gesagt. Wohl eines tier altesten und gefiirchtetstcn Gifte ist Aconit, gewonnen aus Aconitum Kapellus (Sturmhut oder Eisenhut) oder Aconitum lycoctonum (Wolfswurz oder Wolfstoter) . Aus den Schilderungen des I'linius geht hervor, da5 auch die weiWe XieOwurz (Veyatrum album, klassisch: IIelleborus albus) Verwendung fand. Ihre pharinakologisehe Wirkung ist dem auf das gesamte vegetative Nervensystem wirkenden Aconitin vemandt. tfber die Konstitution des wirksamen Prinzips, Vcratriil (C32H49K09) und dcr Nebenalkaloide ist noch wenig bekannt2). Von anderen Toxinen seien erwahnt die wirksamen Prinzipien dcs Oleanders (E'olinerin oticr Oleandrin, CaaH& 3 , sowie Kebenglyk~side~)), der Tollkirsche und des Bilsenkrauts (Hyoscyamin) sowie andercr Solanumarten.

11. Asiatische Pfeilgifte.

Von den asiatischen Pfeilgiften ist wohl das bekannteste das besonders auf der malayischen Halbinsel benutzte giftige Prinzip der Moracee A n t i a r i s t o x i c a r i a . Der wirksame Bestandteil wurde bereits 1838 von Mulder5) kristallisiert erhalten. H . Kilianis) zcigte dann in einer Reihe von Untersuchungen, da13 im Antiarissaft zwei herzwirksame Glykoside entbalten sind : a-Antiarin und p-Antiarin (beide (&,H4zOll), die bei der Saurespaltung beide das gleiche Aglykon, Anti-1) V ~I . Skeat: Etymological Uictionary, Oxford: d t r l . , = I'feilgift (r4E.i.~ = Ilugen).


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