Neuer Fundort der Süßwassergarnele Atyaëphyra desmaresti (Millet) in Deutschland
✍ Scribed by G. V. Frankenberg
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1937
- Tongue
- English
- Weight
- 366 KB
- Volume
- 35
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-2944
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✦ Synopsis
Am 18. September 1936, einem auBergewohnlich warmen Tage, fing ich im Nordwesten der Stadt Hannover im Mittellandkanal (Weser-Elbe-Kana]) eine Garnele. Herr Prof. Dr. A. Schellenberg-Berlin, dem ich auch an dieser Stelle meinen besten Dank sage, hatte die Gute, das Tier nach meinen Skizzen zu bestimmen: Es handelt sich um die Atyide Atyaepphyra desmaresti (Millet), die fruher nur aus dem Sunwasser des Mittelmeergebiets (Nordafrika, Sudfrankreich, Sizilien, Dalmatien u. a.) bekannt war, jetzt aber, und zwar anscheinend erst seit wenigen Jahren, uber Belgien und Holland nach Deutschland eingedrungen ist, wo-sie nach S c h e l l e n b e r g (briefliche Mitteilung) im Altwasser des Niederrheins, im Lippe-Seitenkanal und im Hafen Gelsenkirchen festgestellt wurde (vgl. W. Schneider). Meine Fundstelle ist die Badeanstalt bei Vinnhorst. Das Ufer des Kanals ist dort an der Stelle, wo ich das Tier entdeckte, ganz flach und sandig, die im Wasser liegenden Steine und die zum Badebetrieb gehorenden untergetauchten Holzteile aber sind mit. einer dicken Schicht von Algen und Detritus bedeckt (die Atyiden sind Detritusfresser). Auch die wenigen dort wurzelnden Wasserpflanzen (Potamogeton) tragen einen Detritusuberzug. Die Garnele befand sich unter einem Stein, der etwa 2 m vom Ufer in vielleicht 40 cm tiefem Wasser lag. Als ich den Stein aus dem Wasser hob und umdrehte, bemerkte ich 5 bis 6 Tiere darunter, die ich zunachst bei fluchtigem Hinblicken samtlich fur junge Agrionlarven hielt, welche dort ziemlich haufig vorkommen. Dann aber fielen mir drei der Tiere durch ihre Korperform und ihre schnellenden Bewegungen auf, und es gelang mir, eines davon zu fangen. Erst im Glase erkannte ich es zu meinem Erstaunen als Garnele. Trotz langen Suchens konnte ich kein weiteres Stuck entdecken, und auch am 16*