𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Nachruf auf Dr.-Ing. Walter Schütz – Materialwissenschaft und Werkstofftechnik 12/2009

✍ Scribed by Harald Zenner


Publisher
John Wiley and Sons
Year
2009
Tongue
English
Weight
55 KB
Volume
40
Category
Article
ISSN
0933-5137

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Mit dem Tod von Walter Schu ¨tz hat das Fachgebiet Betriebsfestigkeit einen bedeutenden Nestor verloren. Wer ihn perso ¨nlich kennen gelernt und erlebt hat, wird von seinem Tod betroffen sein, denn seine Stimme hatte besonderes Gewicht. Walter Schu ¨tz wurde am 15.1.1929 in Nu ¨rnberg geboren und machte dort 1949 am Humanistischen Gymnasium sein Abitur. Nach einer Facharbeiterlehre studierte er von 1953 bis 1957 an der TH Mu ¨nchen Maschinenbau. Es folgte eine kurze Industrieta ¨tigkeit bei der Deutsche Shell AG in Hamburg. Entscheidend fu ¨r ihn war seine Ta ¨tigkeit im Laboratorium fu ¨r Betriebsfestigkeit (LBF) Darmstadt als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Ernst Gaßner. Wenn man den Beginn der Betriebsfestigkeit auf 1938 datiert, d. h. auf die Durchfu ¨hrung der ersten Schwingversuche mit variabler Amplitude durch Ernst Gaßner, so fa ¨llt die Ta ¨tigkeit von Walter Schu ¨tz im LBF von 1957 bis 1968 in eine fru ¨he Entwicklungsphase dieses Fachgebietes, in der entscheidende Weichenstellungen erfolgten. Walter Schu ¨tz war daran maßgeblich beteiligt. 1965 promovierte er an der Technischen Hochschule Mu ¨nchen mit dem Thema "U ¨ber eine Beziehung der Lebensdauer bei konstanter und bei vera ¨nderlicher Beanspruchungsamplitude und ihre Anwendbarkeit auf die Bemessung von Flugzeugbauteilen". 1969 wechselte er zur Industrieanlagen Betriebsgesellschaft mbH (IABG), Ottobrunn, wo er als Leiter die neue Abteilung "Schwingfestigkeit und Bruchmechanik" aufbaute. Diese Abteilung hat sich durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten und die enge Zusammenarbeit mit der Industrie ein hohes Ansehen erworben. Insbesondere ist es ihm gelungen eine Gruppe hervorragender Fachleute mit unterschiedlichen Schwerpunkten um sich zu versammeln. 1994, also nach 25ja ¨hriger Ta ¨tigkeit in der IABG, ist er in den Ruhestand gegangen. U ¨ber viele Jahre ist er seinem Fachgebiet verbunden geblieben. Am 1.10.2009 ist er nach la ¨ngerer Krankheit verstorben. Die Arbeiten von Walter Schu ¨tz sind durch eine große Breite gekennzeichnet. Viele seiner Ergebnisse sind u. a. in das Handbuch der deutschen Luftfahrt eingeflossen; andere wie z. B. die Charakterisierung der Mittelspannungsempfindlichkeit sind dem Praktiker noch heute ein wichtiges Handwerkszeug. Im Mittelpunkt seines Interesses stand die rechnerische und experimentelle Lebensdauerabscha ¨tzung von Bauteilen unter realistischen Betriebsbeanspruchungen. U ¨ber Jahrzehnte hinweg hat er immer wieder kritisch zu den rechnerischen Verfahren (Nennspannungskonzept, O ¨rtliches Konzept,


📜 SIMILAR VOLUMES