𝔖 Bobbio Scriptorium
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Mögliches und Unmögliches in der potentiometrischen Analyse

✍ Scribed by Prof. Dr. Friedrich L. Hahn


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1932
Tongue
English
Weight
526 KB
Volume
45
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


Wenn heute jemand beh,auptete, er habe einen Einzelkri,stall gefallten Bariumsulf,ats ausmessen wol,len, und dieses Vorhaben sei ihm rnit d n e r Schublehre aus Metdl z w r miBl.ungen, mit einer hiilzernen aber gegluckt, wurde .sich fur die Veroffentlichung dieser Arbeit wohl eine wrissenschaftliche Zeitschrift finden? Chemisch-analytisch~e Arbeiten von gleicher Folgerichtigkeit werden nicht selten gedruckt und kritiklus referiert.

A. S a n f o u r c h e:) berichtet .iiber potentiometrische l'itriewngen von l/lo-niolarer Phosphorsaare mit "Ilo-NaOH; .die Absatti.gung der dritten Stufe sei a n der Wasserstoffelektrode nicht e r k e n n h r gewesen, wohl aber a n der Chinhydronelektrde. Bemerkenswert sei, dnD &e Chinhydronelektrcide nur bei ph 5 9 ansprechen soll, wihrend hier ph = 1 2 4 ist. Scheinbar also hat ein aus theoretixhen Grund'en als anzwkmaf3ig angesehenes Werkzoug bei der praktischen Erprobung mehr leist,en konnen als das anerhnnte. In Wirklichkeit aber liegt offensiohtlich eine g r a b Tiiuschung vor. Eine th,eoretische Annahme darf wohl als unbedingt gesichert gelten: Wenn in der Reagens-Potential-Kurve bei der Abslltt.igung einer Saure iiberhaupt kein Wendepunkt auftritt, dann kann er auch rnit der enipfindlichsten Elektrade und d e r denkbar groDten Mei3genauigkeit nicht gefunden weden. Und ebenso: Auoh unsere besten Apparate legen die Potentiale der einzelnen MaBpunkte nicht vollig fehlerfrei, sondern nur mit einer bestimmten Unsich,erheit fest; unsere Mesungen bestiqmmen 0180 nicht e i n e Reagens-Potential-Kurve, sondern z w e i mehr oder weniger eng benach.barte G r e n z k u r v e n , zwiwhen denen der tat.siichliche Kurvenzug liegen mu& 1st n,un dime Einbiegung der Reagens-Potential-Kurve am W,endepunkt so gering, da13 sie vollig im R.aum zwischen den Gr,enzkurven Platz hlat, dann ist der Wendepunkt zwar vorhanden, aber rnit den uns zur Verftigung stehenden Mitteln nicht nachwdsbar. Da dime Dinge noch zu wenig bekannt sind, m.ag die ermahnte Mitteilung den Anl'aB bieten, folgende Fragen all&emein zu klaren.

Unter welchen Bedingungen kann bei der Titration ein,er S&ure?) uberhaupt noch ein Wendepunkt in der Reagens-Pot ent ial-K,u.rve auft re t en?

Unter welchen Bedingungen kann er erkaiint werden, wenn die einzelne Potentialmesung rnit einem Fehler von + A Millivolt behaft.et sein kann? Oder umgekehrt: Wie groD dad di.e Unsicherheit der einzelnen Potentialmessung htkhstenls sein, wenn eine bestimmte Titration durchfuhrbar sein soll?

Wie liegen die Dinge bei Sauregemisclien ond bei mittleren Stufen mehrbasischer Sliuren? Wie bei anderen Titrationsarten?


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