Monocyclisches (CH)9+ – ein Heilbronner-Möbius-Aren
✍ Scribed by Michael Mauksch; Valentin Gogonea; Haijun Jiao; Paul von Ragué Schleyer
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1998
- Tongue
- English
- Weight
- 105 KB
- Volume
- 110
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
No coin nor oath required. For personal study only.
✦ Synopsis
Professor Edgar Heilbronner gewidmet 1964 sagte Heilbronner voraus, daû Singulett-[4n]Annulene in verdrillten Konformationen, in denen die p-Orbitale auf der Oberfläche eines Möbius-Bandes liegen, aromatisch seien (Abb. 1). [1] Obwohl das Möbius-Konzept eingehende Verwendung fand, um Reaktionen und Bindungen zu deuten, [2, 3] sind entsprechende Möbius-Annulene bisher nicht bekannt.
Abb. 1. Schematische Darstellung der auf einem Möbius-Band überlappenden p-Orbitale von (CH) 9 . Das Kohlenstoffatom (rechts) auf der horizontalen C 2 -Achse befindet sich gegenüber der Phaseninversion (links).
Heilbronner betonte, daû Ringe mit zwanzig oder mehr Atomen ohne eine ersichtliche Winkelspannung oder Spannung durch sterische Abstoûung Möbius-Geometrien einnehmen könnten. [1] Wir haben nun rechnerisch nachgewiesen, daû auch in einem wesentlich kleineren Ringsystem, nämlich im Cyclononatetraenyl-Kation, Möbius-Aromatizität vorliegen kann. Darüber hinaus geben frühere Experimente Hinweise darauf, [4,5] daû diese Verbindung tatsächlich schon vor fast dreiûig Jahren mehr als einmal beobachtet wurde! 1971 wurde ein monocyclisches Kation der Formel (CH) 9 postuliert bei der Solvolyse von exo-9-Chlorbicyclo[6.1.0]nona-2,4,6-trien in wäûrigem Aceton bei 75 8C. [4,5] Dieses Kation wurde nicht näher charakterisiert, doch war bei Isotopenmarkierungsexperimenten eine statistische Verteilung von Deuterium auf alle Positionen möglich: Die an C9 deuterierte Ausgangsverbindung 1 lieferte das bicyclische, gleichmäûig deuterierte Produkt cis-8,9-Dihydroinden-1-ol 3 (X OH, Schema 1). [4] Wenig später gelang Anastassiou und Yakali die Synthese von 9-Chlorcyclononatetraen 2 (unbestimmte Konfiguration). [6] Unter ionisierenden Bedingungen (flüssiges SO 2 Temperatur auf À 35 8C steigen und rührte 2.5 h, bevor die Reaktionsmischung in eine eiskalte, gesättigte wäûrige NH 4 Cl-Lösung gegossen und aufgearbeitet wurde (Extraktion mit Diethylether, Waschen der organischen Phase mit gesättigter Kochsalzlösung und Trocknen über Na 2 SO 4 ). Nach Entfernen des Lösungsmittels und Flash-chromatographischer Reinigung (Hexan/Diethylether 10/1) erhielt man das gewünschte Produkt 4 k (0.89 g, 76 %) als farbloses Öl.
📜 SIMILAR VOLUMES