𝔖 Bobbio Scriptorium
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Mikrobestimmung des Schwefels in Metallen, Schlacken, Chrombädern, organischen Stoffen und Gasen

✍ Scribed by Dr. G. Graue; A. Zöhler


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1954
Tongue
English
Weight
778 KB
Volume
66
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


Zur Schwefel-Bestimmung sind zahlreiche, sehr venchiedene Wege vorgeschlagen worden. Es schien daher zweckmaBig, sie zu sichten, giinstig Erscheinendes zu kombinieren und so ein Verfahren zu entwickeln, das den Anforderungen d e r Praxis entspricht. Es wird gezeigt, wie sich sehr kleine Schwefel-Mengen genau und rasch durch elektrolytisch-potentiometrische Titration d e r Schwefelsaure bestimmen lassen. Diese erhalt man durch Einleiten des Schwefeldioxyds, welches beim Verbrennen Schwefel-haltiger Substanzen im Sauerstoff-Strom entsteht, in verdunntes Wasserstoffperoxyd. 1st keine direkte Verbrennung miSglich, so wird die Substanz aufgeschlossen, das Sulfat unter speziellen Bedingungen als Bariumsulfat gefallt und dann verbrannt. Beispiele zeigen die Genauigkeit des Verfahrens, welches auch fur Makromengen geeignet ist. Die Bestimmung dea Sohwefels hat immer wieder Anla0 zu analytisohen Entwioklungearbeiten gegeben. Dabei sind fiir den Aufschlull und auoh fiir den weiteren analytisohen Weg sehr verschiedene Vorsohlage gemacht worden. Auffallend ist, wie wenig dabei meist beaahtet wurde, dall in der Praxis die D a u e r der Analyse eine sehr erhebliche R o b spielt. So stehen z. B. im Stahlwerk van der Probenahme am Schmelzofen eineohliefllich der Zeit fiir das Ausschmieden der Probe, fiir den Transport sum Labor und ftir dae Frlsen der Stahlspine bis zur Riiokmeldung der Aualysenwerte zum Ofen nur etwa 15 min zur Verftigung. Im iibrigen wire es auch aus riumlichen Griinden unmfiglich, 100000 Schwefel-Bestimmungen and mehr im Ycnat mit einer Methode wie etwa der FUlung ale Bariumsulfat vorzunchmen. Vie1 zu wenig wird aullerdem beaohtet, drB aus wirtschaftlichen Griinden im Schiohtbetrieb nioht nur mit Spiteenkr&ften gearbeitet werden kann, so dall die Methoden weitgehend ,,narrensicher" sein miissen. Andererseits sollen aber die Ergebniese zuverlissig und die Verfahren empfindlich genug sein, urn auoh sehr kleine Mengen erfassen zu khnnen. Das gilt nicht nur fiir metallurgiaohe Fragestellungen, sondern auch flir die phyaiologisohe Chemie. Es ersohiendeshalb sinnvoll, dieVorschllige zu siohten, das gunstig Erscheinende zu kombinieren und notfalls zu erglnzen, um so zu einem Verfahren zu kommen, das allgemein genug ist und dabei doch die in der Praxis gestellten Anforderungen an Gesohwindigkeit, Leichtigkeit der Handhabung, Empfindlichkeit und Ge- uauigkeit erfiillt.

Stand und Probleme der bekannten Analysenverfahren

O r g a n i s c h e S u b s t a n z e n werden in vielen Fallen oxydierend nacti Carius im Bombenrohr aufgeschlossen. Diese, besonders in hartnkkigen Fallen sehr gute Methode erfordert leider vie1 Zeit und ist zudem nicht ungefahrlich. Nur in Soiiderfallen ist der Aufschlu6 auch ohne Bombenrohr rntigllchl). Der Schmelzaufschlu6 wurde fur den Organiker eigentlich erst durch die von Wurzschmitfa) entwickelte Bombe brauchbar, die ein schnelles und vor allem sicheres Arbeiten gestattet. Bei beiden Verfahren ist die FBllung des entstandenen Sulfates als B a r i u m s u l f a t nicht zu umgehen. Nach der bisher iiblichen Methode ist dies nicht nur zeitraubend, sondern erfordert auch genligend gro6e Substanzmengen, da man bei kleinen Mengen in das Gebiet der Loslichkelt des Bariumsulfates gerat, die noch durch andere Substanzen, insbes. die beim Aufschiu6 eingeschleppten Alkalien, erhoht werden kann. Anderseits flihren Einschlllsse und Adsorptionsvorgange am Bariumsulfat, besonders bei grij6eren Niederschlagsmengen, zu Mehrbefunden bei der gravimetrischen Bestimmung oder 1) D. K6sugi u. I.