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Luminescenzfähige Aluminiumoxyde und ihre krystallochemischen Beziehungen zu den natürlichen und synthetischen Edelsteinen vom Korund-Typus und deren Färbungen

✍ Scribed by Tiede, Erich ;Lüders, Heinz


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1933
Weight
680 KB
Volume
66
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


1681 reinem Bindon beschrieben ist, verbleibt auf dem Filter weder ein griiner Ruckstand noch eine griine Farbung. Dalj die grunen Ruckstande K a l i u m i s o b i n d o n a t e sind, wird wie folgt nachgewiesen: Kocht man das griine Produkt mit etwas Eisessig, so hinterbleibt eine gelbe Verbindung. Nach dem Umkrystallisieren aus etwas Nitro-benzol schmilzt sie bei 330' und zeigt alle Eigenschaften des Iso-bindons. Kocht man es mit n/,,-NaOH, so fallt aus dem roten Filtrat beim Ansauern Bindon aus, das durch seinen Schmelzpunkt und durch die blauviolette Farbung mit Bleidioxyd g, charakterisiert wird. Hrn. Prof. W a l d e m a r M. F i s c h e r bin ich fur sein forderndes Interesse zu Dank verpflichtet.

b J 344. E r i c h T i e d e und H e i n z L i i d e r s : Luminescenzfiihige Aluminiumoxyde und ihre krystallochemischen Beziehungen zu den naturlichen und synthetischen Edelsteinen vom Korund-Typus und deren Farbungen. (Eingcgangen am 30. September 1933.) rXi,s d. Chem Institut d. Universitat Berlin.] Vor einiger Zeit haben E. Tiede und R. Piwonkal) hier chemisch und auch physikalisch genau definierte, luminescenzfahige Praparate der Korund-Reihe beschrieben und auf die typischen Unterschiede zwischen den echten Al,O,/Pt-und Al,O,/Mn-Phosphoren und den nur fluorescierenden, durch Chrom, Rhodium und Titan aktivierten Aluminiumoxyd-Praparaten hingewiesen. Auf Grund der experimentellen Ergebnisse wurde die Ansicht vertreten, da13 die im Korund-Gitter selbst krystallisierenden Oxyde von Chrom, Rhodium und Titan infolge ihrer isomorphen Einlagerung in das Aluminiumoxyd-Grundmaterial und der damit verbundenen, nur geringen Gitter-Storung nur fluorescieren bei der Erregung durch Kathoden-Strahlen. Durch die nicht isomorphe Einbettung von Platin und Mangan aber erhalt man Priiparate, die in allen Einzelheiten sich wie Lenard-Phosphore verhalten und durch ein entsprechend langes Nachleuchten nach geeigneter Erregung ausgezeichnet sind. Nach der Verijffentlichung von Tiede und Piwonka wurden diese Resultate von 0. Deutschbein in einer von R. Tomaschek angeregten physikalischen Arbeit uber Chrom-Phosphore z, bestatigt. Auch diese Autoren sehen in Ubereinstimmung mit alteren Ansichten von R. Klemm3) fur einen Chrom-Phosphor die isomorphe Einlagerung als Vorbedingung an. Auch sie finden, dafl nur a-Aluminiumoxyd fur fluorescenzfahige Systeme in Frage kommt -eine Gitter-Struktur also, wie sie auch im natiirlichen Rubin vorliegt. Erwahnt sei in diesem Zusammenhang, dalj Tiede und Piwonka und spater ebenso auch Deutschbein das erste Auftreten der charakte-G. W a n a g , A. 494, I I O [IgjZ]. l) B. 64, 2252 [1931]; vergl. d. Dissertation von R. P i w o n k a ,,Al,O,-Phosphore" (Berlin, 1932); vergl. die Studie von S a b u r o I z a w a , C. 1933, I 3682 (Febr. 1933). z, Ann. Physik [5] 14, 7j2 [I932]; Ztschr. Physik 77, 489 [I932].

, ) Fortschr. Nineralog., Krystallogr., Petrogr. 12, 47 [1927].