Lehrgang „Lackierungen in der Metallindustrie” an der Technischen Akademie Eßlingen am 7. und 8. Februar 1972
✍ Scribed by Merz, O.
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1972
- Weight
- 575 KB
- Volume
- 74
- Category
- Article
- ISSN
- 0931-5985
No coin nor oath required. For personal study only.
✦ Synopsis
Von 0. M e 7 z + Bei der Oberflachenbehandlung verschiedener Metalle sind zahlreiche Vorarbeiten und bewahrte Arbeitsausfiihrungen notwendig. Gewisse Anforderungen sind bei Eisen, niedrig legierten Stahlen, verzinktem Stahl, Zink, Aluminium sowie Leichtmetallen zu erfullen. Mannigfaltige Auftragsverfahren zur Lackierung und Beschichtung sowie neuzeitliche Trockenverfahren werden angewandt. Nur durch die Zusammenarbeit der Auftraggeber, Betriebsingenieure sowie Hersteller von Lacken und Beschichtungsstoffen ist es moglich, dai3 jeweils wirtschaftlichste Verfahren zu planen und dadurch Fehler sowie spater auftretende Schaden zu vermeiden. Nachstehend sind die Kurzreferate der anlai3lich des Lehrgangs gehaltenen Vortrage aufgefuhrt. Dr. F. H. J. S a d o w s k i : Die Untergrundvorbehandlung und ihre Bedeutung fur dauerhafte Indust7ielackierung Die speziellen Eigenschaften des Untergrundes miissen bei der Ladcierung besonders beachtet werden. Aluminium besitzt eine festhaftende Oxidschicht, bestehend aus einer Grundschicht von etwa 0.005 pm und einer porosen weiterwachsenden Dedtschicht. Die maximale Stabilitat liegt bei einem pH-Wert von etwa 5.4. Eine schlechte Haftung kann auf einer fur den Anstrich ungeeigneten Legierung oder auf der Ausbildung einer ungeeigneten Oxidschicht beruhen. Eisen und Stahl besitzen keine korrosionsschiitzende Oxidschicht. Die porose Walzhaut hat einen sehr unterschiedlichen Warmeausdehnungskoeffizienten gegeniiber dem Metall. Rost und Walzhaut sind vor der Ladtierung vollstandig zu entfernen. Bei Rost sind die adsorbierten Sulfatnester gefarlich. Zink ist relativ stabil, da es mit einer Schutzschicht aus Zinkoxid und basischen Zinkcarbonaten bededct ist. In aggressiver Atmosphare neigt es zur Weiirostbildung. Spritzverzinkte Untergriinde zeigen eine gute Haftung. Elektrolytisch ver- zinkte Untergriinde fiihren selten zu Haftungsschwierigkeiten.
Sendzimir-verzinkte Bleche sollten moglichst kleinblumig oder nachgewalzt sein. Die Bad-Feuerverzinkung ist der schwierigste Untergrund fur Ladtierungen. Oberflachenverunreinigungen, wie Fette, Salze, Graphit, Molybdansulfid, Oxide u. a,, miissen entfernt werden. Die Entfettung erfolgt nach drei Arten, und zwar mit Losungsmitteln (stabilisiertem Tri, meist aber mit Per), moglichst mit mechanischer Unterstiitzung, in wairiger Losung, im pH-Bereich von 10 bis 14 mit griindlichem Nachwaschen, auierdem mit Wasser und Lijsungsmitteln, unterstiitzt von Emulgatoren. Bei der letzteren Art sind die Vorteile der vorgenannten Verfahren vereinigt. Oxidschichten werden im Beizverfahren, moglichst mit Inhibitoren entfernt, ferner durch mechanische Reinigung (Sandstrahlen, Biirsten, Flammstrahlen).
Unter Konversionsbehandlung versteht man das Chromatieren und Phosphatieren. Beim Chromatieren werden Aluminium, Magnesium, Cadmium und Zink mit wairigen, sechswertigen Chrom-Losungen behandelt, die eine hauptsachlich aus Chromverbiadungen bestehende Schutzschicht bilden. Unter Phosphatieren versteht man das Behandeln von Metallen mit wagrigen, sauren Metallphosphat-Losungen, die Phosphat-Konversionsschichten erzeugen. Die Konversionsschichten rnit 0.4 bis 1.5 g/me erhohen den Korrosionsschutz und stellen einen idealen Grund fur die Ladcierung dar. Gut verformbare Schichten weisen etwa 0.5 g/mz auf. 1 g/m* entspricht einer Schichtdidce von etwa 2 pm. Die Konversionsschichten verlangen groite Sauberkeit bei der Reinigung des Metalls und der dabei entstehenden Riidcstande.