Lehrbuch der Chemie, von W. Hückel. I. Teil: Anorganische Chemie. Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig KG., Leipzig 1957. 7. Aufl., XXI, 753 S., 6 Taf., geb. DM 22.-
✍ Scribed by R. Juza
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1958
- Tongue
- English
- Weight
- 172 KB
- Volume
- 70
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
Das Buch behandelt seinem Charakter als einführendes Werk entsprechend die eigentliche chemische Bindung erst in der zweiten Hälfte, während die ersten 370 Seiten den Grundlagen der Atomtheorie bzw. der allgemeinen Quantentheorie gewidmet sind. Diese Einführung geht soweit, daß neben den rein atom-physikalischen Fragen eine große Zahl rein mechanischer Schwingungsprobleme, die für ein tieferes Verständnis der Wellenmechanik von Bedeutung sind, mit behandelt werden. Dabei erfordert das Durcharbeiten dieser Teile des Buches ebenso wie derjenigen Teile, welche die molekularen Systeme zum Gegenstand haben, eine gewisse Vertrautheit mit den hinzugehörigen mathematischen Methoden.
Die eigentliche Theorie der chemischen Bindung -vom energetischen Standpunkt aus gesehen -kommt dann im Hinblick auf die Schwierigkeiten, die mit einer exakten Lösung der korrespondierenden Wellengleichungen zusammenhängen, ein wenig zu kurz; so vermißt man z. B. eingehendere Angaben über die Quantenchemie von Komplexverbindungen und dergl., die man in einem derart umfangreichen Buche zu finden hofft. Ein größerer Abschnitt ist dagegen der Wechselwirkung von Licht mit Materie, speziell in molekularen Systemen, gewidmet.
In dem Abschnitt über die eigentliche chemische Bindung sind außer den grundlegenden beim H 2 +-Ion und der H 2 -Molekel auftretenden Fragen die mit der Hybridisation und der aromatischen Bindung sowie den Symmetriestrukturen auftretenden Probleme erörtert. Das prinzipiell Wichtige der einzelnen Behandlungsmethoden (LCAO-Methode usw.) ist klar herausgearbeitet. Es ist dabei mehr Wert darauf gelegt, zu zeigen, wie weit die eine oder die andere Methode den experimentellen Gegebenheiten gerecht zu werden vermag, als auf eine große Materialfülle. Insofern wahrt das Buch gerade in diesen Teilen den Charakter einer Einführung und der Leser, der eine große Anzahl spezieller chemischer Bindungsprobleme behandelt sehen möchte, wird weniger zufriedengestellt sein.
Das Buch kann im ganzen in erster Linie zum Eindringen in die Wellenmechanik und ihre Anwendungen bei atomaren und molekularen Systemen empfohlen werden; hier ist dann der Weg aufgezeigt, auf dem man bis zu konkreten Endresultaten gelangen kann, während die Teile der Theorie, die heute noch keine in gleicher Weise zahlenmäßig auswertbaren Ergebnisse liefern, nur am Rande abgehandelt werden. Hervorzuheben ist die große Zahl von Übungsbeispielen bzw. Übungsaufgaben, die in die einzelnen Abschnitte eingearbeitet sind und die meist gleichzeitig eine Anleitung zur Lösung der in der Aufgabe aufgeworfenen Frage enthalten.
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