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Kosten-Nutzen-Aspekte der Taxan-Therapie: Pharmakoökonomische Studien im Überblick

✍ Scribed by Eva Susanne Dietrich


Publisher
John Wiley and Sons
Year
2005
Tongue
German
Weight
186 KB
Volume
34
Category
Article
ISSN
0048-3664

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✦ Synopsis


Abstract

In der Krebstherapie gibt es unterschiedliche Behandlungsstrategien weltweit und daraus resultierend unterschiedliche Erfahrungswerte. Bevor die Schlussfolgerung einer pharmakoökonomischen Studie zu Taxanen adaptiert werden kann, muss der Apotheker daher die Vergleichbarkeit des Studien‐ und des eigenen Settings vor allem hinsichtlich Studienpatientenselektion, Gesundheitssystem, Behandlung und Kosten pro Ressourceneinheit prüfen. Obwohl die Methoden pharmakoökonomischer Analysen international weitgehend konsentiert sind, finden sich doch erhebliche Abweichungen in der Vorgehensweise von Studie zu Studie. Diese Problematik ist auch aus dem Bereich klinischer Studien bekannt, jedoch bei pharmakoökonomischen Analysen noch stärker ausgeprägt, da zusätzliche Ergebnis‐bestimmende Faktoren in den Evaluationen eine Rolle spielen. Eine Folge all dieser Aspekte ist eine Vielfalt von Studienergebnissen, die selbst bei ähnlichen Settings erheblich voneinander abweichen können.

Dennoch können pharmakoökonomische Studien gute Hinweise auf zu berücksichtigende Kostenaspekte geben und es lassen sich auch einige allgemeingültige Erkenntnisse ableiten. So ist beim nicht‐kleinzelligen Bronchialkarzinom die Kombinationstherapie allgemein kosteneffektiver als die Monotherapie, eine dreistündige Infusion kosteneffektiver als eine 24‐Stunden‐Infusion, Regime ohne G‐CSF kosteneffektiver als Regime mit G‐CSF, Kombinationen mit Cisplatin kosteneffektiver als solche mit Carboplatin, und die Kosten pro zusätzlicher Outcome‐Einheit liegen sehr hoch. Beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom ist eine Taxan‐Therapie mit erheblichen zusätzlichen Kosten pro Outcome‐Einheit verbunden. Diese können jedoch durch den Einsatz einer Monotherapie in Zukunft eventuell reduziert werden. Die Indikation Mammakarzinom wurde in den vorliegenden Studien nur in der Sekundärtherapie untersucht. Dabei zeigte sich eine starke Abhängigkeit des Ergebnisses vom Preis des gewählten Therapieregimes, sofern Taxane miteinander verglichen wurden. Beim Vergleich mit anderen Arzneimitteln ergaben sich wiederum erhebliche zusätzliche Kosten.