Korrosionserscheinungen an Brenngeräten. Schwefelverbindungen der Maische als Ursache der Materialzerstörung
✍ Scribed by Dr. Dietmar Plöttner
- Book ID
- 102472601
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1958
- Tongue
- German
- Weight
- 224 KB
- Volume
- 9
- Category
- Article
- ISSN
- 0947-5117
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✦ Synopsis
Abstract
Bei der alkoholischen Gärung ist die Bildung von Schwefelwasserstoff nicht zu vermeiden. Ein Teil des Gases wird erst bei der Destillation der vergorenen Maische entbunden, wodurch Korrosionen an den Brenngeräten hervorgerufen werden. Kupfer ist besonders empfindlich gegenüber Schwefelwasserstoff. In der Spiritusvorlage eines Brenngerätes aus Kupfer sammelt sich daher im Laufe der Zeit eine erhebliche Menge grauschwarzen Kupfersulfids an. Infolge der Empfindlichkeit des Kupfers werden heute schon Destillier‐Apparate aus mit Chrom, Nickel und Molybdän legierten Sonderstählen angefertigt, die Korrosionserscheinungen ausschließen. An Stelle des Kupfersulfids tritt nun etwas mehr freier Schwefelwasserstoff auf, der am besten zwischen Spirituskühler und Vorlage durch ein Luflrohr ins Freie abgeleitet wird. Von im Rohspiritus verbliebenem Schwefelwasserstoff kann jedoch auch die verzinnte und daher sehr empfindliche Spiritusmeßuhr angegriffen werden. Es wird vorgeschlagen, Spiritusmeßuhren ebenfalls aus korrosionsbeständigem Material anzufertigen. In der vergorenen Maische (etwa 8 Vol.‐% Alkohol) ist höchstens mit etwa 150 mg Schwefelwasserstoff je hl zu rechnen. Etwa ^2^/~3~ davon werden bei der Destillation der Maische ausgeschieden. Im Feinsprit tritt kein Schwefelwasserstoff auf, da bei der Rektifikation des Robsprits restlose Verflüchtigung erfolgt. Zur Beseitigung des Schwefelwasserstoffs kann von einem Patent der Versuchs‐ und Lehranstalt für Spiritusfabrikation in Berlin Gebrauch gemacht werden. Der Sprit wird in der Dampf‐ oder Dampfflüssigkeitsphase in sogenannten Sorptionskammern durch Aktivkohle, Eisenoxydhydrat und Zementsteine geleitet, wobei der Schwefelwasserstoff gebunden wird. Es sind also Möglichkeiten vorhanden, den Schwefelwasserstoff unschädlich zu machen, so daß Korrosionen an Brenngeräten und Betriebsanlagen vermieden werden können.