Kongenitale Formstörungen bei juvenilen Kyphosen
✍ Scribed by K. Lindemann; F. W. Rathke
- Publisher
- Springer
- Year
- 1956
- Tongue
- English
- Weight
- 835 KB
- Volume
- 48
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
Seitdem SCtIEUERMANN im Jahre 1921 uusere Aufmerksamkeit auf die r6ntgeno-]ogischen Ver~nderungen bei der juvenilen Kyphose lenkte, sinddiese in der Literatur wiederholt Gegenstand eingehender ErSrterungen gewesen. Zwar weist das klinisehe Bild, das sich dem Untersucher darstellt, in seiner fixierten Rundrfiekenbildung in der unteren Brust-oder Lendenwirbels~ule eine im wesentliehen konstante Gleiehf6rmigkeit auf. D~s l~Sntgenbild ist dagegen in seinen Formabweichungen weit~us vielseitiger. KeilfSrmige Ver~nderungen der Wirbelk6rper, unruhige Begrenzung der Wirbelk6rpersehluBplatten mit kuStcben~hnlichen Bandseheibeneinbrfichen, HShenunterschiede der Bandseheiben und Ossifikations-stSrungen an den verkn6ehernden Randleisten gelten als wesentliche Hinweise zur rSntgenologischen Diagnostik. Mit diesen Merkmalen erfolgt die differentialdiagnostisehe Abgrenzung des jugendliehen ~undrfickens auch noeh in sp~teren Lebensa]tern von anderen, den Aufbau der Wirbels~ule beeinflussenden Affektionen, seien sie traumatischer, entzfindlicher, degenerativer oder angeborener tterkunft. Es bleiben also in der Abgrenzung die in der Pubert~t oder Pr~pubert~t erstmals in Erscheinung getretenen Auff~lligkeiten bis ~uf geringe sekund~re Formabweichungen als fiir eine durchgemachte jugend]iehe Rundriiekenbildung spezifische r6ntgenologische Eigenart erhalten. Sie geben somit bei di~gnostischen Fragen wichtige Anhaltspunkte.
Das Thema dieser Arbeit ist auf bestiramte, bei der juvenilen Kyphose festzustellende Ver~nderungen der Bandseheiben und der WirbelkSrperform begrenzt. Dabei sollen jene Veri~nderungen in den Hintergrund treten, die sieh im RSntgenbild an den Grundfl~chen der Wirbelk6rper abzeichnen. Zwar sehen such wir darin entseheidende Gesichtspunkte ffir die rSntgenologisehe Beurteilung einer juvenilen Kyphose, stellen andererseits aber nachdrficklieh fest, dal~ die Ste]lung der Diagnose im R6ntgenbild nieht yon dem Nachweis unregelm~l~ig geformter, zerschlissener und mit Sehmorlschen KnStehen versehener WirbelkSrperschluBpl~tten allein abhi~ngig gemacht werden kann. Der juvenile Rundriicken ist zuni~chst eine klinische Krankheitsbezeichnung, die im Rahmen der Puberti~t ihre typische Pri~gung erh~lt. Wenn also in der medizinisehen Terminologie von atypischen Formen der juvenilen Kyphose gesprochen wird, so kann es sich hierbei nur immer um rSntgenologisch begrfiudete Ansichten handeln, dean das klinische Bild, das dieser jugendliehen Wirbels~ulenverbiegung den Namen gibt, ist eindeutig. * Herrn Prof. Dr. Max BRANDES zum 75. Geburtst~g gewidmet.