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Konformationsuntersuchungen bei Polysacchariden mit Hilfe der Rotationsdispersion und des Circulardichroismus (7. Mitteilung)

✍ Scribed by von Bössler, Heide M. ;Schulz, Rolf C.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1973
Tongue
English
Weight
420 KB
Volume
29
Category
Article
ISSN
0003-3146

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✦ Synopsis


Abstract

Die Bestimmung von Polymerkonformationen durch ORD‐ und CD‐Messungen ist nur möglich, wenn Absorptionsbanden und demzufolge COTTON‐Effekte vorhanden sind. Im Falle der Polysaccharide müssen Chromophore eingeführt werden, ohne daß jedoch dadurch die Eigenschaften des Polymeren entscheidend verändert werden dürfen. Polysaccharid‐Kongorotkomplexe erfüllen diese Bedingung; ihre ORD‐ und CD‐Spektren weisen mehrere starke induzierte COTTON‐Effekte auf. Bei vollständiger Sättigung liegt im Amylose‐Kongorotkomplex ein Verhältnis von 15 Glucoseresten pro Kongorotmolekül vor; die Gleichgewichtskonstante der Komplexbildung ist K≥3 · 10^4^ [1 Mol^−1^].

Der Komplex entsteht durch die Anlagerung isolierter Kongorotmoleküle an das Polymere. Aus dem Dissymmetriefaktor bei 515 mμ (g~515~ = 2,6 · 10^−4^) ist zu schließen, daß die induzierten COTTON‐Effekte auf der Wechselwirkung der Farbstoffmolekeln mit asymmetrischen Kohlenstoffatomen der Grundbausteine beruhen. Offenbar ist dies auch der Grund dafür, daß Mannan, das eine gestreckte Sekundär‐struktur besitzt, einen Kongorotkomplex mit entgegengesetzten COTTON‐Effekten bildet.