๐”– Bobbio Scriptorium
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Knochengeschwulst und Unfall

โœ Scribed by Hans Hellner


Publisher
Springer
Year
1966
Tongue
English
Weight
707 KB
Volume
59
Category
Article
ISSN
1434-3916

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โœฆ Synopsis


Kaum ein System des mensehliehen KSrpers ist traumatisehen Einwirkungen so ausgesetzt wie der Bewegungsapparat. Verglichen mit der ungewShnlichen Anzahl t~glicher Unf~lle ist die Zahl der Skeletgeschwtils~e aul~erordentlich gering. Aueh die Tatsache, dal~ bSsartige primare Knoehengesehwfilste in der Kindheit nnd Jugend am h~ufigsten vorkommen, weist sehon darauf hin, da$ a priori gerade traumatische Einfltisse bei der Geschwulstentwieklung nur eine sehr geringe t~olle spielen kSnnen.

Ffir die Anerkennung eines ursgchlichen Zusammenhanges zwischen Unfall und Geschwulst werden yon BAUER ganz allgemein folgende Riehtlinien gegeben:

  1. Jeder Gutaehtenfall ist individuell zu priifen. Krebs ist also nieht gleieh Krebs, Magencareinom nieht gleieh Magencarcinom, Knochensarkom nicht gleich Brustkrebs, Sarkom nieht gleich Sarkom usw. Es klingt selbstverst~tndlieh, und doch wird ein Denkfehler in dieser Richtung immer wieder einmal begangen.

Es paint das weiter zu der Auffassung yon R6SSLE: Jede Geschwulst hat trotz ihres Gruppenverhaltens ihre eigene individuelle Gleichung. Es kann also ein Knochensarkom gleichen Ortes, in gleichem Alter und bei gleichem Gewebeaufbau verschieden sehnell wachsen und verschieden verlaufen. Ira Einzelfall sind daher immer wieder familigre Belastung, Exposition, Art des Unfalles, Verhalten nach dem Unfal], Ort, Art und Dauer der Beschwerden usw. zu prfifen.

  1. Das Trauma mu~ erwiesen sein. Auch hier kommen heute noeh merkwfirdige Angaben vor. Daher ist eine Fixierung der ersten Angaben durch Arzt und D-Arzt yon grSl3ter Wichtigkeit.

  2. Eine Forderung, die selbstverst/~ndhch erseheint: Es mu$der Ort der traumatischen Einwirkung mit dem Ort der Gesehwulst iibereinstimmen. In den Angaben des Verletzten wird man immer wieder beobachten kSnnen, da$ Fu$ = Bein gesetzt wird. Aueh/trztlich wird eine Distorsion am Fu$ m anchmal ohne weiteres einer Knieverletzung gleiehgesetzt. Beschwerden bei ltfiftgelenkserkrankungen werden haufig in die Kniegelenkgegend projiziert.

  3. Die naehste Forderung erscheint mir als die wichtigste: n/~mlich die nach einem zeitliehen Zusammenhang. Dazu geh6rt aber die Kenntni~ der betreffenden Geschwulst. I)iese verlangt wissensehaftliehe und /~rztliehe Erfahrung. Jemand, der vielleieht in seinem Leben drei l%iesenzellgeschwfilste geseben hat, und nieht die ttauptlokalisation, die versehiedenen l%Sntgenbilder, die histologisehen Varianten und die Erkrankungen des Knoehens, die regelm/i$ig mit l%iesenzellgeschwfilsten verwechselt werden, kennt, kann aueh kein richtiges Urteil abgeben. * Vortrag auf der Tagung des Landesverbandes Nordwestdeutschland der gewerbliehen Berufsgenossenschaften am 1.10. 1965 in GSttingen.


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