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Klinische Erfahrungen über die Penicillintherapie der Gonorrhöe

✍ Scribed by Klemens Thelen


Publisher
Springer-Verlag
Year
1947
Tongue
English
Weight
611 KB
Volume
186
Category
Article
ISSN
0340-3696

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✦ Synopsis


Da im deutschen Schrifttum ausffihrIi6he Beobachtungen fiber klinische Erfahrungen mit Penicillin fehlen, erseheint eine Mitteilung fiber die Erfolge der neuen GonorrhSetherapie an Hand der ersten 3000 F~lle ggrechtferti/gt. Diese Zahl setzt sich aus 2123 Frauen, 800 M~nnern und 77 Kindern zusammen.

Verwendet wnrde das vom Public Health Office der hiesigen Milit~rregierung dankenswerterweise schon seit Oktober I945 zur Verfiigung gestellte Penicillin Sodium der Firmen Commercial Solvents Corporation u n d Heyden Chemical Corporation.

Es wurde eisgekfihlt gelagert und erst vor Gebrauch mit anfangs 5 ccm, dann 4 ecru Aqua bidestillata gelSst. In der ersten Zeit wurden zweistfindlich je 40000 0xford-Einheiten (OE), sp~t~er dreistfindlich je 50000 OE intraglut/~al gegeberi. In den ers~en drei Wochen der Penicillinbehandlung wurden nach den damaligen Richtlinien im Einzelfall 600000 OE insgesamt verabfolgt, danaeh nur noch 200000. In besonderen Fi~llen mit Komplikationen warden 200000 O E m i t Sulfonamiden k0mbiniert gegeben.

Die Penicillinbehandlung erfolgte sogleich naeh der Diagnosestellung. Nnr in Fallen, in denen der Verdacht auf eine gleiehzeitig vorliegende Lues bestand, wurde bis Zu deren Naehweis mit der Penieillinbehandlung zugewartet. Oder es wurde auch die Behandlung mit Sulf0namiden und gleiehzeitigen Fieberspritzen begonnen. Tro~zdem konnte in einzelnen F~llen die odureh SCHVE~MA~ 1 unlangst betonte Verschleierunff der Lues mit Verl~ingerung der Latenzzeit durch die Penicillinbehandlnng der Gonorrh6e beobachtet werden. So trat z, B. einmal bei gleiehzeitiger, mit 200000 OE behandelter GonorrhSe und Uleera mollia ein frischer Prim/~raffekt erst Ende der achten Woche auf, wobei Dunkelfelder und Seroreaktionen fast zu gleicher Zeit positiv warden. °Die Beachtung dieser Erseheinung ist ffir die Frfihdiagnose der Lues besonders wiehtig, da wir in fiber 5 % bei den gonorrh6ekranken Frauen gleichzeitig eine f]oride Lues feststel]ten. Bei den Miinnern hatten 3% der Gonorrhoiker gteiehzeitig eine Lues I oder II.


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