J. L. Melnick (Series Editor), Progress in Medical Virology, Vol. 13. XX u. 503 S., 86 Abb., 42 Tab. Basel-München-Paris-London-New York-Sydney 1971: S. Karger DM 110.–
✍ Scribed by A. Veckenstedt
- Book ID
- 102386670
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2007
- Tongue
- English
- Weight
- 207 KB
- Volume
- 13
- Category
- Article
- ISSN
- 0233-111X
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✦ Synopsis
Buchbesprechungen 281 vom 1. bis 3. Dezember 1970 in Frankfurt (Main) durchgefuhrte internationale Symposium iiber BCG-Vaccine. Alle Vortriige und Diskussionsbeitriige, die ausschlieljlich in Englisch oder Franzosisch gehalten wurden, sind ausfuhrlich abgedruckt. Das gut ausgestattete, mit zahlreichen Tabellen und graphischen Darstellungen versehene Buch gibt dem Leser die Moglichkeit, sich eingehend iiber die aktuellen Fragen der Produktion, der Prufung und der Standardisierung des BCG-Impfstoffs, sowie iiber Probleme der Wirksamkeit der BCG-Vaccine zu informieren. Es kann allen, die an der BCG-Impfung interessiert sind, insbesondere den auf dem Gebiet der Impfstoffproduktion b7w. -kontrolle Tatigen, empfohlen werden.
Gegenstand der I. Sitzung war die Schutzwirkung der BCG-Vaccine. Die vorgetragenen Ergebnisse, die iiberwiegend retrospektiven Analysen entstammen, lassen sich wie folgt zusammenfassen : Die heute produzierten BCG-Vaccinen schiitzen den Menschen im gleichen Umfange, wie der beim bekannten Groljversuch des British Medical Research Council verwendete Impfstoff. Lyophil getrocknete Vaccinen zeigen die gleiche Schutzwirkung wie Frischimpfstoffe. Zwischen Allergisierungs-und Immunisierungsvermogen der BCG-Vaccine besteht keine echte Korrelation. Neugeborene sollten tunlichst in den ersten Lebenswochen geimpft werden. Impfschutz ist bis zu 15 Jahre nach der Vaccination nachzuweisen.
Wahrend der 11. Sitzung wurde iiber Untersuchungen zur Differenzierung von BCG-Unterstammen berichtet. Mit Hilfe verschiedener in vitro-und in uivo-Methoden konnte nachgewiesen werden, dalj sich BCG-Unterstiimme sowohl in ihren biochemischen und serologischen Eigenschaften als auch beziiglich der Restvirulenz sowie der immunogenen und allergenen Wirksamkeit unterscheiden. Unterstiimme, die eine hohere Schutzwirkung zeigen, weisen auch eine stiirkere Restvirulenz auf. Der im Zusammenhang mit diesem Befund gegebene Hinweis, dalj fur die Impfung des Menschen aber nur solche Unterstiimme ausgewahlt werden sollten, die keine ernsthaften Impfkomplikationen verursachen, erscheint besonders wichtig.
Die 111. Sitzung hatte die Fabrikationsmethoden zum Inhalt. Mehrere Autoren empfehlen fur die Herstellung von BCG-Vaccine die Verwendung von Submerskulturen, da diese von vornherein ein homogenes Material liefern, das sich besser gefriertrocknen liiljt. Von besonderem Interesse ist der Befund, dalj lyophil getrocknete Vaccinen, die durch Kultivierung auf glycerinfreien Medien gewonnen wurden, eine bedeutend hohere Uberlebensrate und Hitzestabilitiit aufweisen als diejenigen, deren Bakterien in glycerinhsltigem Medium kultiviert wurden. Einige Autoren geben zu bedenken, dalj der Zusatz von Detergentien zum Kulturmedium zur Selektion von Stiimmen rnit unerwiinschten Eigenschaften (Verlust der immunogenen Wirksamkeit) fuhren konnte. Auf die Notwendigkeit, den BCG-Stamm nach dem ,,Seed-lot"-System, mit maximal 12 aufeinanderfolgenden Passagen zu halten, wird mit Nachdruck hingewiesen. Von Interesse durften noch die Befunde iiber die Abhlngigkeit der Uebrlebensrate vom Restwassergehalt der gefriergetrockneten Vaccine sein.
Die IV. Sitzung war den Methoden zur Priifung der Wirksamkeit sowie verschiedenen Techniken zur Applikation der BCG-Vaccine gewidmet. Von den zahlreichen, zur Impfstoffpriifung empfohlenen Methoden, verdient der von CRISPEN vorgeschlagene Schnell-Test zur Untersuchung der Anzahl lebender Keimeinheiten in gefriergetrocknetem BCG-Impfstoff durch Bestimmung des ATP-Gehaltes der lyophilisierten Bakterien, besondere Aufmerksamkeit. Mit Hilfe dieses Testes ist es, in Verbindung rnit der Methode zur beschleunigten Alterung durch Lagerung der Vaccine bei erhohten Temperaturen, moglich, den Lebendkeimgehalt und die Stabilitiit einer Impfstoffcharge innerhalb weniger Tage zu bestimmen.
Auf den letzten Seiten des Buches sind die auf der V. Sitzung von der Permanent Section of Microbiological Standardization fur die BCG-Vaccineproduktion gegebenen Empfehlungen zusammengefaljt. Dabei wird auch auf die von der Permanent Section kiirzlich durchgefuhrte, die BCG-Impfstoffproduktion und BCG-Impfung betreffende Umfrage Bezug genommen. Das Ergebnis dieser Umfrage, an der sich BCG-Impfstoff produzierende Einrichtungen aus 37 Liindern beteiligten, ist am Anfang des Buches in tabellarischer Form dargestellt.
A. ZURECK (Jena)
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