Ist Aphasiebehandlung bei Hirnverletzten noch ein aktuelles Problem?
✍ Scribed by Erich Zürneck
- Publisher
- Springer
- Year
- 1957
- Tongue
- English
- Weight
- 535 KB
- Volume
- 49
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
W/~hrend der beiden Weltkriege betreute man bekanntlieh in groger Zahl aphasisehe Hirnverletzte auf besondere Weise /~rztlich und fachp/idagogiseh. Dadurch wurde die Aphasiebehandlung zu einem gesch/~tzten Rehabilitationsvorhaben. Sie blieb auch wi~hrend der ersten Nachkriegsjahre noch aktuell. Sparer war das nicht mehr der Fail. Die Ursaehe: Das interessante Behandlungsproblem erseheint vorwiegend an eine spezielle Gruppe yon Kriegsopfern gebunden, fiir die das Bed/irfnis, entsprechend versorgt zu werden, allm/ihlich abnimmt. Weitere Friedensjahre lassen die LSsung dieser Aufgabe zugunsten jener KriegsItirnverletzten naeh und nach ganz iiberflfissig werden. So verliert sich gleichzeitig das al]gemeine Interesse an diesem einstmals aktue]len Problem. Sol]re damit die Aphasiebehandlung fiberhaupt ausklingen ?
Das ist bereits einmal gesehehen, nieht lange nach dem ersten Weltkriege, und war damals schon sehr zu beklagen um all derjenigen willen, die augerhalb des Kreises der alohasischen Kriegshirnverletzten der entsprechenden Behandlung bedfirfen. Heute w/~re dies geradezu ein schweres Unrecht, das am emlofindliehsten die Sondergrulope ,,Alohasische Hirnverletzte" im Riesenheer der Unfallverletzten treffen wiirde. Sie ist ziffernm~gig ziemlieh groB. Allerdings nennt keine Statistik ihre genaue Zahl; doeh diirfte sie mindestens ann~hernd zu bestimmen sein. Dabei kann uns vielleicht als ungef/~hre Richtschnur die yon Prof. T6~NIs vertretene Ansieht dienen, dab erfahrungsgemi~B 8 % der Unfallverletzten mit Hirntraumen einhergehen und bei den Arbeitsunf/illen ,,mit einem gleichen Prozentsatz yon Hirnverletzungen, die unter Tage im Bergbau noch hSher zu sein pflegt ''1, zu rechnen ist.
Bei StraBenverkehrsunf~llen verzeiehnet die Bundesstatistik des Jahres 1955 unter 350356 verletzten Mensehen 137 836 Personen in station~rer Behandlung: Davon 8~o = 11026 Unfallverletzte mit Hirntraumen. Wie viele Hirnverletzte an zentralen SprachstSrungen leiden, hat wohl kaum jemand statistiseh ermittelt, aber eine Erfahrung aus dem letzten Weltkriege gibt uns hier brauchbare Hinweise: Innerhalb des Arbeitsbereiches TSNNIS wurden etwa 10 v. H. der hirnverletzten Verwundeten einer Sprachheilbehandlung zugefiihrt. Es drehte sich dort um den diesbezfiglichen Anteil yon Patienten in Lazaretten, und deshalb beriieksichtigt unsere obige Sehi~tzung vergleichsweise auch nur station/~re F/~lle : 137 836 Personen, davon 8 °/o = 11026 Unfallhirnverletzte, und hieryon wiederum 10% = 1100 infolge StraBenverkehrsunfalls aphasisch gewordene Arch. orthop. Chit., Bd. 49 19a
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