II. Ueber das Sitrapin;
β Scribed by v. Babo, Dr. L. ;Hirschbrunn, Dr. M.
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1852
- Weight
- 929 KB
- Volume
- 84
- Category
- Article
- ISSN
- 0074-4617
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β¦ Synopsis
Wohl wenige Theile der organischen Cliemie enthalten mehr Widerspriiche, als die verschietlenen Untcrsncliungcn der im weiten und schwarzen Senf ~~rspriinglich enlhaltcnen KiiiTer. Unter diesen zeichncn sich jetloch vor allcn die Abhandlungen ither diejenigen Verhindungcn ails , welche von verschiedcnen Chemikern unter dein Nanien Sinapinsaure, Sulfosinapinsaure, Sulfosinapin, Sinapin beschrieben wirden. Es bedarf nur eines Blickes in die Abhandlungen von H e n r y und G a r o t , welclie den Korpcr entdeckten und seine Eigenschaften am besten beschriehen, und dagegen in die von F r e m y , S i m o n nnd P e l o u z e , oder in das erstc beste Lehrbuch, in wclchem die Resultate zusaniniengesfellt sind , urn zu der Ueberzeugung zu gelangen, dafs die verschiedeneri Chemiker theils verschiedene, theils mehr oder weniger reinc, wena auch der Hauptsache nach gleiche Stoffe unfer den Hlinden hatten. Diese Belrachtungen, so wie eine geringe Quantittit einee WBrpers, der aus einem schon vor mehreren Jahren dargestellten weingeis tigen Estracte des weifsen Senfs krystallisirt war und den ich fur Sinapin halten mufste, beslimmlen mich, mit Herrn Dr. H i r s c h b r u n n eine Untersuchang des fraglichen Korpers zu unternehmen , deren Resultate der Hauptsache nach in der Versammlung deutscher Naturforsclier in Gotha von mir mitgetlieilt wurden. Die Abliandlung selbst konnte bisher rioch niclit veriilfentlicht werdcn , da Herr Dr. H i r s c h b r u n n das Laboratorium verliet und ich erst vor 0. Babo tl. H i r s c h b r u t b a , iiber dus Sairapin. i t Kurzem durch die AuMindung einer sicheren Methode der Darstellung des Sinapins in Stand gesetzt wurde, rnir das nothige Material zu verschaflen, um noch einige Fragen zu entscheiden, welche durch miindliche Mittheilungen des Herrn Prof. W' ill angeregt wurden. Bei weitem die grofste Schwierigkeit bei der Untersuchung des fraglichen Korpers, den wir den spater zii beschreibenden Reactionen gemafs Schwefelcyansinapin nennen, besteht in der Darstellung desselben in der zum ausfuhrlichen Studium nothigen Quantitat. Diese Schwierigkeit moge entschuldigen , dab wir nicht alle Reactionen in der Vollstandigkeit verfolgen konnten , die deren interessante Verhallnisse wiinschenswerth machen, und dafs wir, um nur die Hauptresultate festzustellen, die Analysen mit sehr geringen Mengen von Material anstelled mubten. Die Schwierigkeit, sich grofsere Mengen des Korpers za verschaffen, wird schon durch die Mannigfaltigkeit der von den verschiedenen Autoren empfohlenen Darstellungsrnethoden angedeutet ; sie ist es ganz gewifs , welche bisher von einem grundlichen Studium des Kiirpers abhielt. Geringe Quantitaten des Korpers lassen sich leicht nach einer Methode erhalten, die ich hier zunachst anfiihre, weil sie am klarsten uber die bei der Darstellung des Sinapins einiretenden Erscheinungen Licht verbreitet. Diese Methode der Darstellung weicht nur sehr wenig von der von W i n c k 1 e r angewendeten ab. Man erschiipft den trocknen, fein gepulverten Senf nit Aether vollstiindig im M o h r 'schen Extractionsapparat und entfernt den auriickbleibenden Aether durch Erwarmen. Der so vm Oel vollkornmen befreite Sedf wird in der Kiilte mit absolutem Akohol behandelt, bis dieser sich nicht mehr rothgelb, sondetn nur hellgelb farbt. Der absolute Alkobol n i m t nur wenig Sinapin auf, dagegen eine durch Aether f i a r e
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