Heilmittelchemische Studien in der heterocyclischen Reihe. 41. Mitteilung. Eine unerwartete Reaktion bei der Umsetzung von 2,2,5,5-Tetramethylimidazolidinthion-(4) mit Salpetersäure
✍ Scribed by P. G. Ferrini; A. Marxer
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1963
- Tongue
- German
- Weight
- 386 KB
- Volume
- 46
- Category
- Article
- ISSN
- 0018-019X
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✦ Synopsis
Bei der Verwendung von 2,2,5,5-Tetramethylimidazolidinthion-(4) als Zwischenprodukt fur die Synthese von pharmakologisch wirksamen Verbindungen sind wir auf eine unerwartete Reaktion gestossen, uber die wir im folgenden berichten mochten.
Zum ersten
Male haben GATEWOOD & JOHN SON^) I erhalten, und zwar durch Einwirkung von Schwefelwasserstoff auf u-Aminoisobuttersaurenitril. Spater wurde die gleiche Verbindung auch von BUCHERER & BRANDT4), RUCHERER & LIEB5), ROUCHERLE~) und vor kurzem von CHRISTIAN') erhalten, der ein einfaches Verfahren fur die Herstellung von Imidazolidinthionen entwickelt hat. Wir haben das 2,2,5,5-Tetramethylimidazolidinthion-(4) nach dem CHRISTIAN' SChen Verfahren durch Kondensation von Aceton mit Blausaure und Ammoniumsulfid gewonnen. Sein 1R.-Spektrum besitzt Banden bei 3420 (NH), 3160 (NH) und 1492 cm-l (Thiolactam).
CH3 1 CH3 CH~/I-~~ CH,/-NH S , j t e J \ C % CH3 HO,S /bNI.;;CH3 CH3 H I I1 Die Behandlung von I mit 25-proz. Salpetersaure lieferte unter betrachtlicher Wiirmetonung und Entwicklung von nitrosen Gasen nicht die erwartete Sulfosaure 11, sondern ein farbloses kristallines schwefelfreies Produkt C7H1,0,N, (111 ; Smp. 196-197") mit Absorptionsbanden im IR. bei 3435 (NH) und 1730 cm-l und mit einem Maximum im UV. bei 235 mp (E = 5850). Die Verbindung ist in verdunnten Basen und Sauren warm loslich und in Ather fast unloslich. Unter den Bedingungen, unter welchen wir I11 erhielten, wurde I von 25-proz. Schwefelsaure nicht verandert. Die Entfernung des Schwefelatoms aus der Molekel erfolgt also nicht hydrolytisch sondern oxydativ. Die Oxydation von I mit Chrom-