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Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker in Nürnberg. I. 1. bis 6. September 1925


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1925
Weight
844 KB
Volume
32
Category
Article
ISSN
0366-7960

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✦ Synopsis


In der Facligruppe filr Fettchemie wurden folgende Vortrlge gehalten : A. Grlln, Schreckenstein b. Aurslg : ,,Ulnesterungeri von Blycerlden und Ilire technieclieo Anwendungen". Vortr. bericlitet uber eine Anzatil Umesterungen von Fetten durch e i n -und mehrwertige Alkohole, durcii anorganische Sauren, ferner ilber die gegengejtjge Umesterung von Triglyceriden und ilber innere Urnesterungen von Monoplyceriten, Diglyceriden und Oxycarbonslureestern. Von den Umesterungen der ersten Art erwiesen sich als technisch anwendhar: die Alkoholyse der Fette zur Gewinnung von Aethylestern und Glycerin; dann die Umesterung von Fetten durch Glycerin zu Mono-u n d Diglycariden, die einerseits als solche eine gewisse technische Verwendung finden, andererseits Zwiaclienprodukte fiir die teclinische Syntliese bestimmter gemischtsBuriger Glyceride sind, z. B. spezifischer Glyceride hocliwertiger Nahrungsfette, auch Glyceride, i n denen SBuren trocknender Oele und Hurzsiinren kombiniert sind u. a. m. Was die irinere Umesteriing von Monoglyceriden anhelangt, so bestltigen von Herrn W. C z e r n y aus. pefiilirte Versuche die Verrniitung, dass sie bei hohen Temperaturen auch ohiie eine Auslbsung durch Katalysatoren eintritt, es giht Monostearin, Glycerin und Distearin und dieses geht weiterhin (durch Selhsturnesterling oder Umseteung mit Monostearin) ziim Teil in Tristearin uber. Das Verhalten von Oxyfettsflureestern, die ebenfalls zugleicli Eclter urld Alkoliol siiid und daher innerer Urnesterung fAliig sein mlissen, wurde am Beispiel des Triglycerids der 12-0xystearinslure, dem inteprierenden Bestandteil des pehiirteten Ricinusals, gepriitt. Es aeizt sich. dass man aus diesem neutralen Fett direkt Glycerin abdestillieren kann untf trotzdem ein praktisch neutrales Produkt erhiilt, das aus Glyceriden innerer Ester (Estolide) der Oxystearinsaure besteht. Diese Verbindungen, die man auch durch ein anderes tecbnisches Verfaliren leicht erzeupsn kann, sind geshttigt, hochmolekular (b.Lol.-Gew. Uber 3000), trotzdein aber bei gewahnliclier Temperatur flilssig und in der KBlte iiur salbenartig weich. wBhrend sie bei verli81 tnismlissjg holien Temperaturen noch geniigende ZBliigkeit und Bestiindigkeit aufweisen, auf welclien Eigenschaften ilire Verwendung beruht.

Von Uinesterung der Fette mit anorganischen SBiiren wurden ausser der als ,scliwefelsaure Verseifung' Ilngst beltannten Umsetzung rnit Schwetelsaure, auch die analogen Reaktionen mit Chlor-und BromwasserstoffsBure technisch ausgestaltet. Durch Kombination mit der Umesterung mittels Alkohol, der sogenannten Alkoliolyse, ergab sich ein Verfahren,


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