๐”– Bobbio Scriptorium
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Hallux varus

โœ Scribed by R. Pavasars


Book ID
104765583
Publisher
Springer
Year
1950
Tongue
English
Weight
427 KB
Volume
44
Category
Article
ISSN
1434-3916

No coin nor oath required. For personal study only.

โœฆ Synopsis


H a l l u x v a r u s .

Kasuistiseher Beitrag zu einer seltenen Zehende~ormitiit.

V o n Priv. Doz. Dr. reed. R. Pavasars (Riga).

Mit 2 Textabbildungen.

Der Hallux varus, die umgekehrte Miftbildung eines IIallux valgus, gehSrt zu den seltenen Zehendeformit~ten; schreibt doeh Ho~MA~= in seinem bekannten Lehrbuch: ,,... und die meines Wissens noch nieht besehriebenen, ebenfalls angeborenen, seitlichen Abweichungen der Zehen, die yon mir so genannten Varusz e h e n . . . " W/~hrend so eine mediale Abweiehung der Zehen eine au6erordentliche Seltenheit ist, kommt ein Hallux varus relativ h~ufiger vor. Nur der Digitus quintus varus, auch superductus genannt, bildet eine Ausnahme und kommt fast ebenso hi~ufig vor wie der Hallux valgus. Jeder sehwere Spreizfu6 besitzt diese mediale Abweichung der Kleinzehe. Die Literatur fiber den Hallux varus ist sehr sp~rlieh. Immerhin sind im ganzen 53 Hallux-varus-F~lle verSffentlicht. Dag diese Migbildung eine angeborene ist, u~terliegt keinem Zweifel. M~s~E~, der alle ver6ffentliehten F~lle zusammengestellt hat, nimmt an, daft eine Verdolopelung des tibialen Zehenstrahls die t~egel sei, nieht aber immer vorliegen mfisse (zitiert bei HO~MA~).

Wit kSnner~ diese Miftbildung aueh als Teilerseheinung eines Klumpful~es sehen. FRITZ LA~G~ sah diese beiden Migbildungen la~ufig zusammen auftreten, indem der erste Strahl nach medial aufgebogen war. H~ufiger, als mit einem Klumptub vergesellschaftet, sehen wir eine mediale Abweiehung der Grogzehe bei einem Pes adduetus oder bei einem Metatarsus varus. Dies liegt ja im Wesen dieser Migbildung, die zwangsl~ufig eine Varusstellung der Grogzehe und anderer medialer Zehen naela sick ziehen muB. Hier abet interessiert uns nur die Migbildung der GroBzehe, wo sie allein isoliert auftritt. Alle Autoren sind sieh einig daft das eine endogen bedingte angeborene Miftbildung ist. Daft es sieh wirklieh um eine endogen bedingte Fehlanlage des Skelets handelt, beweist das geh~ufte Auftreten mit anderen Miftbildungen, wie Polydaetylie, Syndaetylie, ttfiftgelenksverrenkung usw. Das Kind kommt sehon mit einer ausgesproehenen Varusstellung der Grogzehe zur Welt. Wenn niehts geschieht und die Stellung nieht frfih genug korrigiert wird, nimmt die Fehlstellung naeh dem Laufenlernen des Kindes nur zu. In SlO/~teren Jahren sehen wit dann eine vollausgebildete Varusstellung der Groftzehe neben einem mehr oder weniger ausgepr~gten Spreizfu6. Der ganze Vorfug ist verbreitert. Die Groftzehe steht welt ab yon der zweiten.

Was den Tr~ger dieser MigbiIdung zum Arzt und speziell zum Orthop~den treibt, ist die UnmSgliehkeit, normale Schuhe zu tragen. Es mfissen spezielle lV[aftschuhe angefertigt werden, in denen der verbreiterte Vorfuft mit der medialen Groftzehenabweiehung Pla~z hat. Seltener ist es der kosmetische Defekt, der die Eltern zwingt, das Kind dem Orthop/~den vorzustellen, mit der Bitte, die Miftbildung zu beseitigen.


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