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H1-Antihistaminika als Allergene? Pharmakophore und Epitope

✍ Scribed by C. D. Siebert


Book ID
104508918
Publisher
John Wiley and Sons
Year
2004
Tongue
German
Weight
230 KB
Volume
33
Category
Article
ISSN
0048-3664

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✦ Synopsis


Abstract

Beim Vergleich der beschriebenen H~1~‐Antihistaminika ist offensichtlich, dass Hautreaktionen in verschiedenen Erscheinungsformen die am häufigsten auftretenden allergischen Nebenwirkungen sind. Sie werden von allen hier erwähnten Arzneistoffen verursacht, vermutlich mit Ausnahme von Levocetirizin, haben aber nur sehr selten eine schwere Verlaufsform (wie z.B. das Stevens‐Johnson‐Syndrom bei Ketotifen). Bei etwa der Hälfte aller H~1~‐Blocker sind ein allergisches Asthma mit Bronchospasmus und damit verbunden Atemprobleme beschrieben worden. Gleiches trifft auch für den anaphylaktischen Schock zu, der durch Organversagen zum Tode führen kann. Quincke‐Ödeme bzw. angioneurotische Ödeme sind bei den Antihistaminika der ersten Generation nicht beschrieben worden, mit Ausnahme des auch strukturell abweichenden Dimetindens. Damit wird deutlich, dass die IgE‐vermittelten Reaktionen vom Soforttyp die größten Risiken darstellen. Die allergische Rhinitis spielt eine untergeordnete Rolle und tritt als einzige allergische Nebenwirkung bei Levocabastin auf. Mit einer Photosensibilität muss vor allem bei den Antihistaminika der ersten Generation und bei Promethazin gerechnet werden. Auffallend ist, dass zu Levocetirizin keine Angaben zu allergischen Reaktionen gefunden wurden, so dass vermutet werden kann, dass die für das racemische Cetirizin beschriebenen Allergien dem weniger wirksamen Enantiomer zugeschrieben werden können. Eine Auffälligkeit gilt es noch für die Typ‐II‐Allergien (Agranulozytose, aplastische Anämie und thrombozytopenische Purpura) zu erwähnen. Sie wurden ausschließlich bei den Dexchlorpheniramin‐ verwandten Substanzen gefunden.

Es konnte exemplarisch gezeigt werden, dass die vergleichende Strukturanalyse ein probates Hilfsmittel zur Bewertung von auftretenden Allergien ist. Wie die Beispiele von Ibuprofen und Disopyramid zeigen, muss das Epitop nicht immer deckungsgleich mit dem Pharmakophor sein, was bedeutet, dass Allergien auf Arzneistoffe unterschiedlicher Indikation chemisch und nicht pharmakologisch klassifiziert werden sollten. Konsequent weiter gedacht bedeutet dies, dass die Gesamtzahl von in der Literatur beschriebenen verschiedenen Arzneistoffallergien deutlich abnimmt, was zugleich hilfreich für eine Systematisierung ist.


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