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Gewinnung von Brom aus Meerwasser

✍ Scribed by Privatdozent Dr. Rudolf Bock


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1953
Tongue
German
Weight
498 KB
Volume
25
Category
Article
ISSN
0009-286X

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


In den USA wurde ein grofitechnisches Verfahren zur Brom-Gewinnung entwickelt. Dabei wird das in geringen Mengen im Meerwasser enthaltene Brom bei pH = 3 3 mit Chlor in Freiheit gesetzt und mit Luft ausgeblasen. Nach Reduktion zu Bromwasserstoff mit Schwefeldioxyd wird auf das 3000bis 40COfache angereichert und auf Brom aufgearbeitet. Es werden die automatischen Kontroll-und Regeleinrichtungen beschrieben, die das Verfahren wirtschaftlich gestalten.

Die Welterzeugung a n Brom war bis etwa 1930 gering (nur wenige tausend Tonnen jahrlich), stieg dann aber stark an und betragt heute uber 50000 t im Jahr. Der AnlaD zu dieser Entwicklung der Brom-Industrie war die zunehmende Verwendung von Athylenbromid, welches dem Antiklopfmittel Bleitetraathyl zugesetzt werden muR, um die Abscheidung von Blei-Verbindungen auf den Ventilen der Verbrennungsmotoren durch Bildung des relativ leichtfluchtigen Bleibromids zu verhindern. Wahrend in den europaischen Landern der Brom-Bedarf durch die Kali-Industrien Deutschlands und Frankreichs, die dieses Element als Nebenprodukt gewinnen, ohne weiteres gededct werden konnte, waren in den Vereinigten Staaten nur unzureichende Rohstoffquellen vorhanden. Dort wurden daher bereits vor 1930 Versuche zur Verarbeitung von Meerwasser unternommen, welchesrnit rd. 70 mg Br,/l -Brom zwar nur in geringer Konzentration, aber dafur in unerschopflicher Menge (rd. 70000 t/kms) enthalt.

Tribromanilin-Verfahren

Da bei dem geringen Brom-Gehalt des Meerwassers das bis dahin ausschliefilich verwandte

Destillationsverfahren nach Kubierschky ni&t in Frage kam, versuchte man zunachst, das Brom durch eine Fallungsreaktion abzwscheiden') : Um Verluste durh Hydrolyse zu vermeiden, wurde das Wasser sd~wach angesauert, zur Oxydation des Bromids mit Chlor versetzt und das freie Brom mit Anilin als Tribromanilin gefallt. Dieses sollte ohne weitere Verarbeitung als Treibvtoffzusatz verwendet werden. C,H,NH, 4-3 Br, --F C,H,Br3NH, -k 3 HBr. Da das Wasser in Kustennahe durch suspendiert,e Sandteilhen verhaltr.ismafiig stark verunreinigt is:t, versah dde E t h y l G a s o l i n e C o r p . ein SdLiff mit den notigen Ehrichtungen und begann in grofierem Ab,st,ande von der Kuste mit der Anwendung dies.er Reaktion im technischen MaOstabe. Dabei wurde das Anilin als Anilinsulfat-Losung mgesetzt. Das Verfahren wies aber mehrere schwerwiegende Mange1 auf (Brom-Ausbeute nur rd. W/O, unreines Endprodukt, Aufwendung von 2 Xquivalenten Chlor je Aquivalent Bromid und hohe Unkosten fur Anilin) und wurde daher bald als unwirtschaftlich wieder aufgegeben. Versuche mit anderen organischen Fallungsr.eagenzien (2. B. Phenol, Fallung als Tribromphenol) fiihrten ebenfalk ni&t zum Erfolg


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