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Gentechnische Methoden. Eine Sammlung von Arbeitsanleitungen für das molekularbiologische Labor. Herausgegeben von S. Bertram und H. G. Gassen. 326 Seiten, 74 Abb., 20 Tab. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, New York 1991. Preis: 68,— DM

✍ Scribed by Lorenz, A.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1992
Tongue
English
Weight
102 KB
Volume
36
Category
Article
ISSN
0027-769X

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✦ Synopsis


Unter gezugeltem Essen wird die kognitive Kontrolle der Nahrungsaufnahme zur Korpergewichtsreduzierung oder zur Beibehaltung bereits reduzierten Korpergewichts verstanden, um dem Schlankheitsideal nahezukommen. Es besteht der Widerspruch zwischen dem Wunsch, sich satt zum essen und den vollen GenuB nicht nur in der Qualitat des Geschmacks, sondern auch in der Quantitat der ,,groBen, schonen Portion" zu finden. Darin liegt ein wesentlicher Bedingungsfaktor fur die Entstehung von EBstorungen, besonders hervorgehoben das Beispiel der Bulimia nervosa rnit ihren Kriterien. Zu den anderen EBstorungen, die rnit dem geziigelten Essen verbunden sein konnen, wird verwiesen auf die Hemmung der kognitiven Kontrolle mit nachfolgendem 'Uberfuttern durch situative oder emotionale Ausloser, Sattigungsstorungen oder das Verlernen konditionierter Sattigungssignale mit erhohter AuBenreizabhangigkeit in der Regulation der Nahrungsaufnahme. Geziigeltes Essen wird nicht als homogenes Konstrukt angesehen, sondern umfaBt verschiedene Verhaltensweisen und Strategien. In drei aufeinanderfolgenden Studien wird untersucht, ob sich bei gezugeltem Essen verschiedene Verhaltensweisen unterscheiden lassen, die sich im Hinblick auf die Storbarkeit des EBverhaltens deutlich unterscheiden. Es werden als Subformen beschrieben einerseits eine flexible, andererseits eine rigide Kontrolle des EBverhaltens. Letztere wird verbunden gesehen rnit erhohter Storbarkeit. Es wird ein Instrument zur Erfassung dieser beiden Formen beschrieben und in einer fur die Bevolkerung reprasentativen Stichprobe validiert. Weitere angesprochene Themen firmieren unter den Stichworten Schlankheitsideal, Diatverhalten, Regulation des Korpergewichtes, Energiebedarf, Ursachen von FreBanfallen oder HeiBhungerattacken, Appetit und Sattigung u. a.

Es handelt sich um einen interessanten Ansatz, um ein so kompliziertes Phanomen wie individuell sicher sehr unterschiedliches gezugeltes EBverhalten uberhaupt zu erfassen und statistisch aufzuarbeiten. Die SchluDfolgerung lautet, dal3 kausale Verbindung von gezugeltem Essen zu Storungen des EBverhaltens nicht gefunden werden kann, wenn das Konstrukt gezugeltes Essen nicht einer detaillierten Analyse unterworfen wird.

H. HAENEL


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