𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Fünfzig Jahre Tätigkeit in chemischer Wissenschaft und Industrie, einige Lebenserinnerungen von August Bernthsen, Prof. an der Universität Heidelberg, vormals Direktor dcr Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen a. Rh. Leipzig 1925, Verlag Chemie G. m. b. H. 59 Seiten. Preis 2 Mark


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1925
Tongue
English
Weight
90 KB
Volume
263
Category
Article
ISSN
0365-6233

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✦ Synopsis


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ein breiteres Publikum auf die reichen Bildungswertc hingewicsen, welche die Geologic zu bieten vermag, und wenn hier geradezu die Forderuiig erhoben aird. die Geologie in den Mittelpunkt des heimatkundlichen, ja naturs wissenschaftlichen Unterrichts zu stellcn, so wird man zwar anfangs von der Neuartigkeit diescs Gedankens iiberrascht sein, wird aber zugeben miissen. da8 die Geologic infolge ihrer zahlreichen Beziehungen zu den andercn Naturwissenschaften und der zu grii8ter Exalctheit und logischer Synthesc zwingcnden Forschungsmethodik in vielcr Hinsicht dazu tatsachlich berufen zu sein schcint. Insbesonderc sei noch hcrvorgehoben, da8 der Verfasser hofft, auf diesem Wege zu einer auf der geologisehen Heimatkunde fun. dierten, spezifisch nordisch orienticrten, harmonisch abgcschlossenen BilduIig hinfiihren zu konnen.

Die Anregungen sind lebhaft zu begriiBen und crnster Uberlegung wcrt. W e r dic Heimat mit neucn Augen ansehcn lcrnen will, dem kann die An5 schaffung des trotz der zahlreichen Skizzen rclativ preiswerten Werkes nur empfohlen werden.

Die Hauptprobleme der Biologie. Mit 25 Abbildungen im Text. 3., durchgesehene Auflage. Miinchen 1925. 287 Seiten.

Die Biologie ist eine Wissenschaft, deren Grenzen unendlich und dercn hisherige Forschungsergebnisse, so stattlich sie auch sind, doch rudimentar crscheincn im Vergleich zu ihren l'roblemen. Vcrf. bespricht daher in zweckmiil3iger Einschrlnkung nur die Hauptprobleme des Gebietes. Er be> handelt die Aufgaben der biologischcn Forschung, dic Arbeitsmethoden und HilfsmiLtel, die Systematik, die Verbrcitung der Lcbewescn, die Palaontologic, die Formenelemente, die Zelle, die LcbensauOerungen, den Formenwechsel. Dem letztgenannten Gegenstiand ist der groDere Tcil des ansprechend und belehrend geschriebenen Ruches gewidmet, das jedem Gcbildeten reiche An5 rcgung zu gewahren geeignct ist.

Funfzig Jahre Tatigkeit in chemischer Wissenschaft und Industrie, einige Lebcnserinnerungen von August B e r n t h s e n , Prof. an der Universitat Heidelberg, vormals Direktor dcr Badischen Anilina und Sodafabrik in Ludwigshafen a. Rh. 59 Sciten. Preis 2 Mark.

Es diirfte untcr den lebenden Chemikern wohl nur wenige geben, dcnen der Name Bernthsen nicht als der eines liebcn Freundes vertraut ist, dem sie einen Teil ihres Wissens aus einer dcr zahlreichen Auflagen seines Kcpititoriums der organischen Chemie verdanken. Einen eigenen Reiz gea wiihrt es, einem solchen Gelehrten auf den Spuren seines Werdegangs zu folgen, sein Streben, seinen , , h a n g nach Wahrheit" mitzuerleben, wozu die vorlicgendc Lebensskizze schone Gelegenheit gibt. Gymnasials, Studenten:, Assistentens und Dozentenzcit des Gelehrten mit ihrcn Sorgen und Frcudori ziehen an unscrem Auge voriiber, verbunden mit den Namen unserer gro8ten Chemiker, wie KekulC, Bunsen, von Bacyer, Ladenburg, Landoldt, Lothar Meyer, Victor Meyer, Liebermann, Wislicenus, Witt u. a.

Es folgt dann die einunddreinigjahrige Tatigkeit dcs Gelehrten bci der Badischen Anilins und Sodafabrik, wo er vom einfachen Chcmiker bis zum Mitgliede der Direktion hinaufruckte, und zu den epochemachenden Erb findungcn der Firma wesentlich beitrug.

Den SchluR bilden Mitteilungen iiber seine Lehrtatigkeit als ordentlichcr Honorarprofessor in Heidelberg, wo er sich die chemische Technologie zum Gegenstande seiner Vorlesungen gewiihlt hat.

Kein junger Chemiker sollte versaumen, d m Bernthsensche Biichlein durchzulescn, er wird daraus mannigfache Belehrung schopfen und vor allem die Erkenntnis, da8 ohnc Aneignung eines universellen Wissens auch im cngeren Fachc ein erfolgreiches Vorwiirtskommcn nur sclten gelingt.

Von Prof. Bernhard D ii r k e n.