Fortschritte der physiologischen Chemie seit 1929. I. Naturstoffe. Gallensäuren und Sterine
✍ Scribed by Dr. Elisabeth Dane
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1934
- Tongue
- English
- Weight
- 785 KB
- Volume
- 47
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
Die Gallensauren werden in der Leber gebildet und von der Gallenblase gespeichert, wo sie, gepaart rnit Glykokoll bzw. Taurin, als Natriumsalze vorliegen. Ilire physiologische Bedeutung beruht auf der Fahigkeit, eine Reihe voii Stoffenvor allem Fettsauren und Cholesterinin wasserlosliche Form zu bringen und so die Resorption im Organismus zu ermiiglichen. H. Wietand') hat diese Eigenschaft der Gallensauren in ihrer allgemeinen Bedeutung erkannt; er stellte fest, dai3 freie und gepaarte Gallensauren und in groi3erem Ma% stab noch ihre wasserloslichen Salze mit den verschiedensten Stoffenso mit Fettsauren, aromatiahen Kohlenwasserstoffen, Campher und Alkaloiden -,Anlagerungsverbindungen in festem molekularem Verhaltnis, das von der jeweiligen Komponente abhangt, zu bilden vermogen. Die Kombination der Desoxycholsaure mit Campher, das ,,Cadechol", hat therapeutisches Interesse.
Die Frage nach der K o n s t i t u t i o n der Gallensauren ist von allgemeiner Bedeutung, weilwie eingehende Untersuchungen gezeigt habeniioch eine Reihe wichtiger Naturstoffe aach dem gleichen Prinzip wie die Gallensauren aufgebaut sind. So enthalten vor allem die in Tier-und Pflanzenreich weitverbreiteten Sterine das Ringgeriist der Gallensauren. Umgekehrt sind auch die bei der Untersuchung der Sterine erhaltenen Ergebnisse eine wertvolle Stutze der Strukturformel der Gallensauren. Von besonderem Interesse ist die Feststellung, dai3 auch das Vitamin D und die Sexualhormone sich von den Gallensauren ableiten. Wachsende Bedeutung kommt den Arbeiten zu, die sich mit der I s a 1 i e r u u g neuer Sterine oder sterinahnlicher Verbindungen beschliftigen. Das Ziel dieser Arbeiten ist, Vorstufen der biologischen Synthese oder Zwischenstufen des Abbausvielleicht auch Ubergangsprodukte zu den Sexualhormonenaufzufinden. Die Konstitutionsermittlung dieser Stoffe lafit interessante Aufsehliisse iiber den biologjschen Auf-und Abbau erwarten. Die bis zum Jahre 1928 erhaltenen Ergebnisse der Untersuchungen iiber die Konstitution der Gallensauren hatten zur Aufstellung eines Strukturbildes gefiihrt, das im Fall der Desoxycholsaure durch Formel IS) wiederzugeben war. Dieses Formelbild hatte aber den groi3en Nachteil, daO zwei Kohlenstoffatome nicht befriedigend unterzubringen waren. Einen wichtigen Fortschritt be-*) Bereits emchienen: K o b 1 e n h y d r a t e , diese Ztschr. 47, 247 [ l a ] ; L i p o i d e , ebenda 47, 271 [1934]; E i w e i Bs t e f f e , ebenda 47, 2% [1934]; N u c l e i n s a u r e n , ebenda 47, 290 [1934]; B l u t f a r b s t o f f u n d C h l o r o p h y l l ,
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