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Fermentative und chemische Darstellung der Nucleoside aus Hefenucleinsäure (Nucleinsäuren, XIX. Mitteil.)

✍ Scribed by Bredereck, Hellmut ;Martini, Annelise ;Richter, Friedrich


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1941
Weight
319 KB
Volume
74
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


Die fortschreitende Erkenntnis der grofien biologischen Bedeutung der Nucleinsiiuren und ihrer Derivate machte es wunschenswert, auch die Nucleoside in groflerem Mal3stab bequem darstellen zu konnen. Unter ihnen hat neuerdings das Adenosin ein besonderes Interesse gefunden : Adenosin gehort in der Hefe zu einem phosphatubertragenden Co-Enzym-System. Eine Reihe von Cofermenten (z. B. Cozymase = Codehydrase I, Codehydrase 11, Alloxazinadenin-dinucleotid, Adenylpyrophosphorsaure, Muskeladenylsaure) enthalten in ihrem Molekul den Bestandteil des Adenosins. Muskeladenylsaure, der 5-Phosphorsaureester des Adenosins, hat, ebenso wie Adenosin selbst, in der Herz-und Kreislauftherapie Verwendung gefunden.

Bis vor kurzem waren die Nucleoside nur sehr schwer und mit geringen Ausbeuten zuganglich gewesen. 1938 berichteten wir uber eine fermentative Aufspaltung der Hefenucleinsaure bis zur Stufe der Nucleoside'). Dabei verwendeten wir Fermentpraparate aus Sufimandeln, Luzernensamen, Erbsen u. a. Solche Praparate besaflen eine polynucleotidatische und nucleotidatische Wirkung, jedoch innerhalb der Versuchszeit keine amidatische und nucleosidatische. Spater berichteten H a r t m a n n und B o ss h a r d 2, unter Bezugnahme auf unsere Arbeit uber die gleiche Spaltung mittels eines Praparates aus Kartoffeln, von ihnen , ,Kartoffelphosphatase" genannt.

I n all den vorgenannten Praparaten, gleich welchen Ursprungs, wirken bei der Aufspaltung der Hefenucleinsaure die gleichen Fermente, die man, falls man danach sucht, auch noch in anderen Stoffen finden durfte. H a r tm a n n und B o s s h a r d haben in der Bezeichnung das Kartoffelferment ( = Kartoffelphosphatase) unseren Praparaten, die sie als ,,Emulsin" bezeichnen, gegenubergestellt. Wir selbst haben fur unsere Praparate in der Arbeit uber die fermentative Darstellung der Nucleosidel) den Begriff ,,Emulsin" nicht mehr verwendet, will man ihn aber verwenden, so kommt er allen diesen Fermentpraparaten, auch dem Kartoffelferment, zu3). Auch das Kartoffelferment besitzt , wie wir uns uberzeugt haben, glykosidatische Eigenschaftenes spaltet z. B. Salicinund kann daher mit Fug und Recht als ,,Emulsin" bezeichnet werden. Entsprechend ihrer Herkunft kann man dann die einzelnen Praparate als SiiL3mandel-Emulsin, Kartoffel-Emulsin, Luzernen-Emulsin, Erbsen-Emulsin usw. bezeichnen. Wir mochten jedoch vorschlagen, in Zukunft, wenn es sich um nicht glykosidatische Wirkungen dieser Fermentpraparate handelt, den Begriff Emulsin wegzulassen und sie einfach als SiiBmandel-, Kartoffel-, Luzernen-Ferment zu bezeichnen.

Mit Hilfe der genannten Fermentpraparate war es uns gelungen, zunachst Guanosin und Adenosin, letzteres als Pikrat, in sehr guter Ausbeute zu erhalten. Wahrend zur Gewinnung des freien Adenosins Adenosinpikrat


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