Erdölchemie in Europa
✍ Scribed by Dr. W. v. Haken
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1956
- Tongue
- German
- Weight
- 564 KB
- Volume
- 28
- Category
- Article
- ISSN
- 0009-286X
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✦ Synopsis
Die Chemieproduktion hat im Laufe der letzten Jahrzehnte, besonders aber seit dem Ende des letzten Weltkrieges, einen grundsatzlichen Strukturwandel erfahren. Das Schwergewicht hat sich immer mehr auf den organischen Sektor verlagert. Kunststoffe, Chemiefasern, Synthesekautschuk, synthetische Waschrohstoffe, Weichmacher. Losungs-und Textilhilfsmittel, synthetisches Glycerin, Frostschutzmittel, oberflachenaktive Stoffe, Sprengstoffe, Schadlingsbekampfungs-und Arzneimittel sowie auch Zwischenprodukte fur Teerfarbstoffe sind Beispiele fur diese Entwicklung. Die Erzeugung dieser Guter nimmt absolut und relativ stetig zu. Es ist selbstverstandlich, daR im Zusammenhang hiermit die Rohstoffversorgung ein anderes Gesicht erhalten muhte. Es entstand eine organische Grundstofferzeugung, die in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung die anorganishe Chemie weit ubertrifft. Sie entwickelte sich in den einzelnen Landern bzw. Wirtschaftsraumen unterschiedlich, je na& derenRohstoffsituation und auch nach den technischen Gegebenheiten (vgl. 1955, S, 397). In Nordamerikd haben Erdol und Erdgas die Kohle als Energietrzger sowie als Chemierohstoff zuruckgedrangt. Im vergangenen Jahr durften nach einer neuen Schatzuny in den USA rund 14 Mill. t an sog. ,,petrochemischen" Erzeugnissen gewonnen worden sein. Das ist fast ein Viertel der Gesamtproduktion an Chemikalien. Davon entfielen auf Anorganika 4 Mill. 1. auf Aliphaten 8,6 Mill. t, auf Aromaten und Naphthene 1,4 Mill. 1. Bis 1960 wird sich die Leistung der Erdolchemie vermutllch mehr als verdoppeln. Ihr Anteil an der gesamten Chemieerzeugung wird dann ungefahr die Halfte betragen. Das in der USA-Erdolchemie von privaten Firmen investierte Kapital wird 1960 den Vorausschatzungen nach rund 8 Mrd. $ betragen. Bereits 1953 entfielen von den gesamten Kapitalanlagen der chemischen Industrie fast 500/0 auf die erdolchemischen Unternehmen. Ihre Zahl betragt in USA und Canada zusammen rund 200. Die groRte dieser Gesellschaft in USA ist die Shell Chemicals Carp., eine Tochterfirma der Shell Oil Co. An zweiter und dritter Stelle folgen Standard Oil und die Phillips Petroleum Co. Diese Entwicklung ist nicht etwa auf Manyel an Kohle ZUriickzufuhren. Der nordamerikanische Kontinent ist vie1 reicher an Stein-und Braunkohle als die Alte Welt, aber er besitzt gleichzeitigim Gegensatz zu Europariesige Vorrate an Erdol und Erdgas sowie groBe Raffineriekapazitaten mit einem uberaus reichlichen Anfall an billigen organischen Rohstoffen. Ohne diese hatte sich die Chemie in den USA nicht in einer so uberlegenen Weise entwickeln konnen. Ihren hohen Lebensstandard verdankt die USA-Bevolkerung indirekt ebenfalls zum Teil der Erdolchemie.
'") Vermutlich fallen auch Flussiggase
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Es wird ein Uberblick iiber die Herstellung und Anwendung der wichtigsten bei der Erdol-Aufarbeitung gewonnenen Losungsmittel gegeben. Weiterhin werden die Vorteile bei der Verwendung von Ketonen als Losungsmittel in der Lacktechnik aufgezeigt. Important Solvents from Petroleum-Chemistry A general