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Epigenetische Therapie bei Myelodysplastischen Syndromen (MDS). Therapie mit DNA-Methyltransferase-Inhibitoren

✍ Scribed by Michael Daskalakis; Nadja Blagitko-Dorfs; Björn Hackanson; Michael Lübbert


Publisher
John Wiley and Sons
Year
2010
Tongue
German
Weight
429 KB
Volume
39
Category
Article
ISSN
0048-3664

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✦ Synopsis


Abstract

Derzeit können ältere Patienten mit einer symptomatischen MDS‐Erkrankung entweder supportiv, mit einem DNA‐Methyltransferase‐Inhibitor oder mit Lenalidomid (5q‐Syndrom) behandelt werden. Bei jüngeren Patienten im guten Allgemeinzustand steht als kurative Behandlungsoption die allogene Stammzelltransplantation zur Verfügung.

Mit dem Einsatz von 5‐Azacytidin und Decitabine als epigenetische Monotherapie kann älteren Patienten erstmals eine gut verträgliche Behandlung angeboten werden, welche zu einer Verzögerung der Krankheitsprogression, einer Verlängerung der Überlebenszeit und einer Verbesserung der Lebensqualität führt.

Derzeit ist es noch zu früh, um den möglichen Nutzen einer kombinierten Therapie aus DNA‐Methyltransferase‐ und Histondesacetylase‐Inhibitoren beurteilen zu können. Hier bleiben die Ergebnisse weiterer klinischer Phase‐II‐ und Phase‐III‐Studien abzuwarten.

Interessanterweise zeigen erste Studien einen positiven Effekt von 5‐Azacytidin und Decitabine als Immunmodulatoren im Rahmen der Konditionierungstherapie vor einer allogenen Stammzelltransplantation. Weitere klinische Studien müssen diesen Mechanismus eingehender evaluieren, um langfristig auch älteren Patienten durch nebenwirkungsärmere Konditionierungstherapien die kurative Option einer allogenen Transplantation zu ermöglichen.