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Entdeckungsgeschichte des Nitroglycerins. Ein Sprengstoff wird Medikament

✍ Scribed by Horst Remane; Yvonne Remane


Book ID
104510032
Publisher
John Wiley and Sons
Year
2010
Tongue
German
Weight
736 KB
Volume
39
Category
Article
ISSN
0048-3664

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✦ Synopsis


Abstract

Im Jahre 1847 entdeckte der italienische Chemiker Ascanio Sobrero mit dem Nitroglycerin (Glyceroltrinitrat) eine Verbindung, die an Sprengkraft das herkömmliche Schwarzpulver um ein Vielfaches übertraf. Die Neigung dieser Verbindung zu spontaner Explosion war indes ein großes Hindernis für die praktische Nutzung. Mit der Fixierung des Nitroglycerins auf einem porösen Silikat gelang es dann dem Schweden Alfred Nobel dieses Hindernis zu überwinden. Als Nobels Dynamit wurde Nitroglycerin schnell zu einem gefragten Gebrauchssprengstoff. Die Erkenntnis, dass Nitroglycerin im Organismus eine Dilatation der Blutgefäße bewirkt, öffnete einer weiteren wichtigen Anwendung das Tor. Nitroglycerin wurde und wird bis heute als schnell wirksames Medikament zur Behandlung akuter Angina‐pectoris‐Anfälle eingesetzt. Mehr als 100 Jahre lang gab es über die physiologische Wirkung des Nitroglycerins nur Vermutungen. Erst in den 1970er Jahren konnte nachgewiesen werden, dass die Wirkung des Medikaments auf dem Stickstoffmonoxid (NO), einem Abbauprodukt des Nitroglycerins beruht. Dies war insofern überraschend, als man NO bis dahin hauptsächlich als Umweltgift kannte.