Entdeckung der Calcium-Antagonisten: Ein kurzer historischer Rückblick
✍ Scribed by Siegfried Goldmann
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2005
- Tongue
- German
- Weight
- 407 KB
- Volume
- 34
- Category
- Article
- ISSN
- 0048-3664
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✦ Synopsis
Abstract
Der Begriff des Ca^2+^‐Antagonismus wurde in den sechziger Jahren von A. Fleckenstein geprägt. Er wählte diese Bezeichnung für Verbindungen, die die Kontraktion von glatten Muskelpräparaten unterbanden. Zeitgleich wurde von Bossert und Vater (Bayer AG) die Substanzklasse der 1, 4‐Dihydropyridine entdeckt, mit Nifedipin als erstem Produkt, das vor 30 Jahren als Adalat® in den Markt eingeführt wurde. Diese Substanzen erwiesen sich als die wirksamsten Ca^2+^‐Antagonisten.
Wissenschaftlich trug die Klasse der 1, 4‐Dihydropyridine zur Charakterisierung des spannungsabhängigen Ca^2+^‐Kanals bei. Eine hochaffine und enantioselektive Bindestelle konnte 1980 identifiziert und die Aminosäuresequenz des Kanalproteins 1986 aufgeklärt werden. Zum größeren Verständnis für die Wirkweise des Ca^2+^‐Kanals trugen die 1982 entdeckten Ca^2+^‐Agonisten bei, die sich pharmakologisch genau entgegengesetzt zu den Antagonisten verhielten. Sie steigerten den Ca^2+^‐Einstrom in die glatte Muskelzelle, waren daher am Herzen positiv inotrop und an den Gefäßen konstringierend und somit blutdrucksteigernd. Ca^2+^‐Antagonisten binden an den inaktiven Zustand des Ca^2+^‐Kanals und stabilisieren ihn, wodurch der Ca^2+^‐Einstrom in die Zelle gesenkt wird. Ca^2+^‐Agonisten stabilisieren den offenen Zustand des Kanals und erhöhen so den Ca^2+^‐Ionenstrom in die Zelle.
Mit Hilfe von so genannten Caged‐Ca^2+^‐Antagonisten konnte gezeigt werden, dass die Hauptmenge der für die Kontraktion wichtigen Ca^2+^‐Ionen aus dem Extrazellularraum und nicht aus intrazellulären Speichern stammt.
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