Endemische Trichophytie bei Meerschweinchen
✍ Scribed by H. Koch; H. Rieth
- Publisher
- Springer-Verlag
- Year
- 1958
- Tongue
- English
- Weight
- 939 KB
- Volume
- 205
- Category
- Article
- ISSN
- 0340-3696
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✦ Synopsis
Mehrere zum Teil sehr heftig verlaufende Triehophytie-Erkrankungen bei Patienten, die mit Meerschweinchen umzugehen hatten (Tierpfleger, Doktoranden, Laborantinnen), waren der Anla~, in gr6Berem Umfange die Frage zu priifen, ob Meersehweinehen in nennenswertem AusmaBe einer natfirliehen, nicht experimen~ellen Infektion dnreh Trichophyton-Pilze unterliegen.
Die ersten orientierenden Untersuehungen in den Tierst~llen verschiedener Institute inHamburg brachten zuns nech keine aufsehlul~reichen Ergebnisse. Die befragten Tierpfleger betonten, dab es keinerlei pilzkranke Meersehweinehen in ihren St//llen g/~be. Der erste Anschein schien ihnen recht zu geben. Nur hier und da wurde einmaI ein Tier gefunden, das geringfiigige Krusten an den Ohren, am Lidwinkel oder an der Schnauze aufwies. Alle diese Erscheinungen --das erlebten wit immer wieder --wurden als ,,R/~ude", d. h. als eine durch Milben verursachte Erkrankung gedeutet, die jedem vertraut ist, der mit Versuchstieren zu tun hat.
Erst die mikroskopisehe und kulturelle Untersuehung best~tigten den Verdaeht, daf~ es sieh keineswegs nm l~//ude, sondern um eine Pilzerkrankung handelte. D~raufhin wurden die ~r mehrerer Institute systematiseh untersueht. ~ykologisehe Laboratorien wurden bei dieser Untersuehungsreihe bewuBt ausgelassen. Es ist erstaun-]ich, dab bis zu diesem Zeitpunkt all denen, die mit Meersehweinchen experimentieren oder sie versorgen, eine natiirlich vorkommende Pilzerkrankung dieser Tiere unbekannt war.
Spontane Pilzerkrankungen bei Tieren sind durchaus nicht selten, wie aus den Berichten der in-und ausl~ndischen Liter~tur hervorgeht. Am bekanntesten diirfte wohl die Rinder-Trichophytie (Kglberflechte) sein (Bl~vI~S u. ALEXANDER, VAN-m~EVSEr Aber auch Pferde (BATTE U. MILLIng), Hunde (G~oRG u. ROSS~r Katzen (Fu~TEs u. ABOULAFIA), Kalfinchen (BLANK U. Mitarb., FAIntER), Ratten und Mguse (PARI~ISI-I and CRADOOXS, ]3OOTt~), Bisamratten (Em~ISGTO~), Hiihner und Truthiihner (Bl~tcg~s u. ALEXANDER), Wild: --Faehse, Hirsche, Rehe, Hasen--(FLATLA, VILANOVA U. CASA:NOVAS), Eichh6rnchen (Fu~NT~S u. ABOULAFIA), Affen (E~o~s) und andere Tiere k6nnen spontan ~n einer Dermatomykose erkr~nken und somit als Infektionsquelle fiir den Menschen in Fr~ge kommen.
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