Elektroretinographische Messung der Spektralsensitivität von Albinoaugen bei direkter und diaskleraler Belichtung
✍ Scribed by E. Dodt; J. B. Walther
- Publisher
- Springer
- Year
- 1959
- Tongue
- English
- Weight
- 588 KB
- Volume
- 268
- Category
- Article
- ISSN
- 0031-6768
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✦ Synopsis
Bei elektroretinographischer Prüfung der relativen spektrMen Netzhautempfindlichkeit stimmen die zwischen Albino-und pigmentierten Kaninchen beobachteten Unterschiede qualitativ mit der Kurve der Blutreflexion überein (DoDT u. WALT~Et¢ 1958a). Danach wäre das Fehlen der Pigmentepithel-Farbstoffe beim Albino dafür verantwortlich, daß die Sinneszellen der Netzhaut infolge Lichtreflexion an der Chorioidea im langwelligen Spektrum einen relativ größeren Anteil des einfallenden Lichtes absorbieren als im Blau-Violett, wo die Blutreflexion nur gering ist.
Wie von RtrSHTON (1958) hierzu bemerkt wurde, ist die Annahme einfacher Reflexion in die direkt vorgelagerte Sinneszellschicht ungenügend, das beträchtliche Ausmaß der Senkung der Reizschwelle (bei 673 m/z etwa 50fach) qnantitativ zu erklären. Eine Vorstellung, die diesen Einwand berücksichtigt, ist die einer Kombination der Wirkungen von Reflexion und Lichtstreuung vom pigmentfreien Augenhintergrund des Albino: Nach C~~PTO~ u. A~MINGTON (1955) steht die elektroretinographisch gemessene Reizschwelle des Auges in umgekehrter Beziehung zur GröIle der belichteten Area der Netzhaut. Durch diffuse Reflexion im Fundus könnten also gröl~ere Netzhautbezirke als die direkt belichteten gereizt werden, und zwar um so größere, je höher der Wer~ der Blutreflexion für die jeweilige Wellenlänge liegt. Weiterhin vermißt RUS~TO~ in der Sensitivitätskurve der Albinos irgendeinen Einfluß des y-(Soret-)Absorptionsbandes des ttämoglobins, das entsprechend auch in dessen Reflexionsspektrum vorhanden ist. Dies könnte darauf beruhen, daß das diffus reflektierte Licht eine größere Area erst oberhalb eines gewissen Schwellenwertes zu reizen vermag, um neben dem direkt einfallenden Licht Einfluß auf die Höhe des ERG zu gewinnen: Für solche Wellenlängen, bei denen (infolge geringer Fundusreflexion) * Mit Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.
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