𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Einige mittels klinischer und physiologischer untersuchungen erworbene erkenntuisse �ber die neurotoxische eirkung des quecksilbers

✍ Scribed by Michalov�, C.


Publisher
Springer-Verlag
Year
1963
Weight
755 KB
Volume
20
Category
Article
ISSN
0367-9977

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Das gr61~te Interesse der Toxikologen, die sich mit St6rungen des Nervensystems abgeben, haben ~uf dem Gebiete der Industriehygiene sowohl friiher als auch heute die Quecksilbervergiftungen erweckt.

Wie BATIGELLI (1960) in seiner umf~ngreiehen Schrift gn~fihrt, liegen die Anfiinge der Geschichte des Mercuriulismus in den ~ltesten Zeiten, mit der romgnisehen Zivilisation beginnend, und hut so bedeutende Denker ~ngezogen wie PLI~ITSS, AVICENNA, PAI~AOELSUS, RAMAZZINI, KUSS~IAUL U. t~. In neuerer Zeit geben BAADEI~ und HOLSTEIN in ihrer Monogr~phie ,,Dus Queeksilber" (1933) eine ersehSpfende Ubersieht fiber die Chemie und Teehnologie des Queeksilbers sowie fiber die P~thogenese, Klinik, Diugnostik, Therupie und Prophyl~xe der Intoxik~tionen. Die hier besehriebenen massiven Expositionen, wie wir sie aus den vergangenen Jahrhunderten kennen und die besonders in den Bergwerken sowie in der Spiegelindustrie und der Huterzeugung ~uftruten, gehSren wohl heute endgfiltig der Verg~ngenheit ~n; dies gilt ~uch yon den klussisehen Formen der ~kuten Intoxi-k~tion, mit deren grober organo-p~thologischer Symptomatologie in Gestalt yon Gingivitis, nekrotischen Sehleimh~uten, ~ierenstSrungen und Anurie, m~ssiven neurologischen Befunden usw.

Heute wendet sich das Interesse der Toxikologen natiirlieh haupt-s~ch]ich der Symptomatologie des Zentralnervensystems zu, die im Vordergrund des klinisehen Bildes bei subakuten und chronisehen Vergiftungen steht. Aber obwohl den typisehen Manifestationen des Queeksilbererethismus, dem zentralen Tremor und dem Gesamtbild der sog. Queeksilbereneephalopathie eine unfibersehbare Menge yon Arbeiten gewidmet sind, hat dieses Problem nichts an seiner Aktualitat verloren und zwar weder, was die hygienische Prophylaxis noeh was die klinisehe Praxis anbelangt. Einerseits sind die ungewShnlichen Eigensehaften des Quecksilbers daffir verantwortlieh, dal3 es bisher in einer Reihe von Industriezweigen unentbehrlieh ist; anderseits kann bei der hohen toxisehen Aggressivit~t dieser Substanz kaum eine absolute Ein-wand~reiheit des Arbeitsplatzes erzielt werden, selbst wenn grfindliche hygienisehe Kontrolle durehgeffihrt wird. tIierfiber stimmen die Meinungen der Toxikologen aueh der hSehstentwiekelten Industriestaaten, der UdSSI~ und der USA, durehaus iiberein.