Einfluß der Mikrostruktur und des Elektroden-potentials auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Spannungskorrosionsrissen einer reinen AlZnMg3-Legierung in 1 M NaCl-Lösung
✍ Scribed by Dr.-Ing. J. Richter; Prof. H. Kaesche
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1981
- Tongue
- German
- Weight
- 761 KB
- Volume
- 32
- Category
- Article
- ISSN
- 0947-5117
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✦ Synopsis
Abstract
An einer stufenausgelagerten und teilweise zusätzlich stufenabgeschreckten, vollausgehärteten Aluminium‐Zink‐Magnesium‐Legierung wurde der Einfluß der Mikrostruktur und des Elektrodenpotentials auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Spannungskorrosionsrissen in luftgesättigter 1 M Natriumchlorid‐Lösung bei 303 K untersucht. Dabei wurde die Rißfront an einseitig mit einem Schwingungsanriß versehenen, polarisierten Zugflachproben unter konstanter Last mikrofotografisch verfolgt. Die reine Aluminium‐Zink‐Magnesium Legierung enthielt (Gew.‐%): Zink 4,76; Magnesium 3,00; Verunreinigungen 0,08; Rest Aluminium. Die Rißausbreitungsgeschwindigkeit wurde beim Ruhepotential mit dichteren Matrixausscheidungen, schmälerem ausscheidungsfreiem Saum, dem Auftreten von groben T‐Korngrenzenausscheidungen und geringerer Empfindlichkeit gegenüber interkristalliner Korrosion schneller. Sie erfolgt nach dem Aussehen der Bruchflächen ohne nennenswerte Metallauflösung. Im Gegensatz zur gegenüber interkristalliner Korrosion unempfindlichen Legierung ist das Rißwachstum in der gegenüber interkristalliner Korrosion anfälligen Legierung oberhalb des Durchbruchpotentials deutlich schneller als beim Ruhepotential. Die Ergebnisse legen eine Rißausbreitung, die im wesentlichen mechanisch erfolgt, nahe. Als Mechanismen werden ein Rißwachstum durch anodische Auflösung der Korngrenzenausscheidungen oder zink‐ und magnesiumreicher Korngrenzenbereiche und mechanische Trennung der dazwischenliegenden Bereiche und eine Rißausbreitung durch lokale Wasserstoffversprödung der Rißspitze diskutiert.