Einfluß der Festigkeit unlegierter und niedriglegierter Stähle auf H-induzierte Korrosionserscheinungen bei zügiger plastischer Belastung
✍ Scribed by Dipl.-Ing. W. Kirschner; Prof. Dr. W. Dahl; Prof. Dr. W. Schwenk
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1992
- Tongue
- German
- Weight
- 785 KB
- Volume
- 43
- Category
- Article
- ISSN
- 0947-5117
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✦ Synopsis
Abstract
Aus drei verschiedenen Stählen wurden durch Kaltverformen oder Vergüten sieben verschiedene Probenarten unterschiedlicher Festigkeitsstufen erhalten und neun verschiedene Medien unterschiedlicher Säurekomponenten bei kathodischer Polarisation oder bei freier Korrosion dem langsamen Zugversuch (CERT) ausgesetzt. H‐induzierte Risse traten dabei erst nach Überschreiten der Höchstlast auf. H‐induzierte Rißbildung und Brucheinschnürung (Wasserstoff‐Versprödung) zeigen eine für die mechanischen Eigenschaften kennzeichnende Korrelation. Bei weniger duktilen Werkstoffen nehmen die Risse bei starker Versprödung deutlich ab.
Die Wasserstoffversprödung zeigt einen Zusammenhang mit der Konzentration undissoziierter Säure und ist unabhängig vom pH‐Wert. O~2~ kann die Versprödung vermindern. Mit zunehmender kathodischer Polarisation gehen die Mediumeinflüsse zurück, weil die Wasserstoffentwicklung im wesentlichen aus H~2~O erfolgt.
Zwischen den H‐induzierten Korrosionserscheinungen und den Festigkeitswerten besteht keine Korrelation, wenn man von einer besonderen Empfindlichkeit sehr hochfester Stähle mit R~m~ über 1000 N/mm^2^ absieht. Niedriglegierte Stähle zeigen auch bei hohen Festigkeitswerten eine wesentlich bessere Beständigkeit gegen Wasserstoffversprödung als unlegierte Stähle. Dies gilt auch für kaltverformte Varianten. Bei den unlegierten Stählen hat der Reinheitsgrad einen positiven Einfluß.
Untersuchungen bei 90°C zeigten keine Hinweise auf H‐induzierte Korrosionserscheinungen bei freier Korrosion.