Eine traumatische Hüftgelenksverrenkung beim Kind mit Repositionshindernis
✍ Scribed by Alois Titze
- Publisher
- Springer
- Year
- 1960
- Tongue
- English
- Weight
- 413 KB
- Volume
- 52
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
Einc traumatische Hfiftgelenksverrcnkung bei normal angelegtem Hiiftgelenk ist im Kindesalter und beim Jugendlichcn eine ausgesproehcn seltenc Verletzung. Auch grol~e Kliniken sehen in Jahrzehnten nur jeweils vereinzeltc Falle. FI~ESCHI aus der Klinik SCAGLIETTI in Florenz hat sich der 1Vifihe unterzogen und die Weltliteratur auf diese Verletzungen bin untcrsucht. Er fand bis zum Jahre 1956 in der gesamten Weltllteratur lediglieh 140 Falle beschrieben. Er selbst fiigte diesen 7 F~lle aus der Orthopgdischen Universitgtskllnik Florcnz hinzu. JONASCH aus der BShlerschen Klinik fand seit 1925 im UnfMlkrankenhaus Wien 2 Fglle. J. BSHLEa in Linz verSffentlichto 6 F~lle. Bci Durchsicht unseres Krankengutes auf kindliche Knochenbriiche und Verrenkungen fanden wir seit 1940 6 traumatische tIiiftgelenksverrenkungen. Davon ist besonders der letzte Fall interessant, weft es uaseres Wissens der erste beobachtete Fall mit einem Reposltionshinder~is ist, welches eine blutige Einrichtung erforderlich machte. Es erseheinC daher wert, n~her darauf einzugehen. Gertrude D. (R6Nr. t75 098, Prof. Z1. 45/58), ein 8jahriges Miidchen erlitt 1958 dureh Sturz auf einer nassen Wiese eine Hiiftgelenksverrenkung links. Es wnrde am naebsten Tag in unser Krankenhaus gebraeht. Die R6ntgenaufnahme (Abb. 1 a) zeigte eine hintere, obere (iliacale) Verrenkung, die sofort nach der Teehnik yon DSCgA~ELIDZE eingerichtet wurde. Die Reposition gelang sehr ]eicht. Die RSntgenkontrolle unmittelbar naeh der Reposition (Abb. 1 b) zeigte jedoch, da2 der Hiiftgelenksspalt auf der verletzten Seite noch deutlich breiter war Ms auf der gesunden. W~hrend diese RSntgenaufnahme noch entwiekelt wurde, kam es am l~6ntgentiseh zu einer Reluxation. Auch der neuerliehe Repositionsversueh, der iibrigens sehr leicht gelang, ergab noeh einen weiteren Gelznksspalt links. Es war also offensichtlich, dM~ ein Repositionshindernis vorliegen muBte. Damit war die Indikation zur operativen Einrichtung gegeben. Diese mul~te Mlerdings einige Tage versehoben werden, bis die Operationseinwflligung der Eltern yon ausw~rts eingeholt worden war. Dis damn wurde das Bein in einem Beckengipsverband ruhiggestellt. Die Operation, 9 Tage nach dem UnfM1, ergab folgenden Befund: ,,Nach ErSffnung der Gelenkkapsel yon einem vorderen Schnitt sieh~ man, dab der Schenkelkopf dem Limbus aufsitzt, aber nieht in die Pfanne eingestellt ist. Der Kopf wird noehmals passiv nach rfiekwarts oben luxiert. Man sieht jetzt, dab der riickwartige Rand des Limbus in das Gelenk eingeschlagen ist und Ms Repositionshindernis gewirkt hat. Aul~erdem ist ein breites Ligamentum teres abgerissen und ins Gelenk eingeschlagen. Nach Entfernung dieser beiden Hindernisse l~l~t sich der Kopf in Abduktion und Innenrotation leieht tief in die Pfanne einstellen. Naeh sehiehtweisem Verschlul~ der Wunde wird ein Beekengipsverband fitr 4 Wo~ ehen angelegt." --Naeh Abnahme des Gipsverbandes erhielt das Kind einen Entlastungs~
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